FDP-Präsidiumsmitglied klagt über Verunglimpfungen durch AfD-Anhänger

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Der Chef der baden-württembergischen FDP, Michael Theurer, hat seine Äußerungen über den Chef der Alternative für Deutschland (AfD), Bernd Lucke, verteidigt. „Lucke reagiert auf inhaltliche Kritik mit Rundumschlägen, statt sich der Kritik zu stellen“, sagte das Mitglied im Präsidium der Bundes-FDP dem „Handelsblatt-Online“. „Wie berechtigt die Kritik an der AfD ist, zeigen die üblen Beschimpfungen und Verunglimpfungen, die ich in zahlreichen E-Mails von selbsterklärten AfD-Anhängern erhalten habe.“

Es sei daher „absurd, wie Herr Lucke jetzt um Mitleid heischt“. Lucke hatte zuvor bei einer Pressekonferenz in Berlin von massiven Angriffen und Störungen im Europawahlkampf berichtet. Es seien AfD-Plakate beschädigt worden, Veranstaltungen würden durch linke Demonstranten gestört, und auch körperliche Attacken auf AfD-Wahlkämpfer seien vorgekommen. Andere Parteien sollten sich daher schützend vor die AfD stellen. Lucke wies auch „Entgleisungen“ anderer Politiker im Umgang mit der AfD zurück. Als „ungeheuerlich“ bezeichnete er eine Äußerung des FDP-Europakandidaten Theurer, der Lucke als „verkappten Salonfaschisten“ bezeichnet hatte. Die AfD sei weder rechtspopulistisch noch fundamental-christlich geprägt, betonte er. Theurer sagte dazu, selbstverständlich sei Gewalt immer abzulehnen und zu verurteilen. „Aber vielleicht sollte Herr Lucke erstmal vor seiner eigenen Türe kehren.“ Die von ihm „inhaltlich fundierte Kritik“ bleibe bestehen. So seien Luckes „10 Thesen zum Islam“ oder seine Äußerungen über den Ex-Fußballnationalspieler Thomas Hitzlsperger „diskriminierend und entsprechen national-konservativen Argumentationsmustern“. Auch den Teilungsplan zur Ukraine habe der AfD-Chef bislang nicht revidiert. „Offensichtlich liegen bei Herrn Lucke die Nerven blank, und dafür gibt es auch einen guten Grund: Es geht darum, die AfD zu demaskieren“, sagte der FDP-Politiker.

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