EZB-Chefvolkswirt verteidigt Ankauf von Staatsanleihen

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Frankfurt/Main – Der Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank (EZB), Peter Praet, hat die in Deutschland umstrittene EZB-Entscheidung verteidigt, Staatsanleihen aus der Eurozone im Wert von 1,1 Billionen Euro zu kaufen: „Wenn die Inflation im Euroraum auf vier Prozent steigen würde, dann würde doch jeder von der EZB erwarten, dass sie etwas dagegen unternimmt. Also muss die EZB auch eingreifen, wenn die Inflation auf nahe null Prozent fällt“, sagte Praet in einem Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“ (Samstagsausgabe). „Wir haben das europarechtliche Mandat, für stabile Preise zu sorgen“, sagte Praet weiter.

Die Preisstabilität werde von oben und unten bedroht. Praet warnte vor den Gefahren einer möglichen Deflation in Europa. „Es ist ein Teufelskreis, der zu einem Absturz der Wirtschaft und einem Anstieg der Arbeitslosigkeit führt. Die große Depression in den 1930er Jahren in den USA hat uns das gelehrt.“ Der Belgier unterstrich, dass die EZB ihre Entscheidung nicht hätte aufschieben können. „Vorsorge ist besser als Nachsorge. Also mussten wir reagieren, bevor der Schaden eintritt.“ Nun könne sich Europas Wirtschaft erholen. „Ich rechne damit, dass sich das Wachstum der Wirtschaft in den nächsten Monaten positiv entwickeln wird“, sagte Praet. „Nicht alles ist perfekt, aber auch dank unserer Entscheidung wird es einen positiven Impuls für die Wirtschaft geben.“

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