Experte: VW kurz vor Sprung auf Platz eins der Autobranche

Volkswagen-Werk, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Volkswagen-Werk, über dts Nachrichtenagentur

Wolfsburg – Im Dreikampf der weltweiten Automobilindustrie ist Volkswagen nach Branchenmeinung kurz davor, General Motors (GM) ganz abzuhängen und am derzeitigen Marktführer Toyota vorbeizuziehen: „Wenn das Wachstum in China auf dem derzeitigen Niveau bleibt und es an anderer Stelle keine gravierenden Einbrüche gibt, wird Volkswagen im kommenden Jahr die Nummer eins der Autobranche sein“, sagte Stefan Bratzel, Chef des Centers of Automotive Management (CAM), der „Welt“. Gemessen werden die Konzerne an den Absatzzahlen, da dies die entscheidende Größe in der Autoindustrie ist. Allerdings ist Toyota derzeit in Topform: Die Japaner haben im ersten Quartal 2014 mit 2,54 Millionen erneut mehr Pkw verkauft als die Rivalen.

Volkswagen kam auf 2,52 Millionen Pkw, GM auf 2,42 Millionen. „Selten war das Rennen der großen Drei enger“, sagte Bratzel. Zudem macht Toyota mehr absoluten Gewinn (1. Quartal 3,1 Milliarden Euro vor Steuern) als die Konkurrenten und lag mit 6,6 Prozent Gewinnmarge, der Kennzahl für die Rentabilität, deutlich vor dem Verfolger Volkswagen, der trotz seiner viele Nobelmarken im Pkw-Geschäft in den ersten drei Monaten nur auf sechs Prozent kam. Dennoch: Kein Autokonzern legt derzeit so schnell zu wie VW. „Im Kampf um die Absatzkrone der globalen Hersteller hat Volkswagen unter den größten Drei derzeit die größte Dynamik“, sagte Bratzel. „Im ersten Quartal sind die Wolfsburger bereits deutlich an General Motors vorbeigezogen und auf Rang zwei. Sie sind jetzt Toyota so knapp wie nie auf den Fersen. Weniger als 25.000 Pkw trennen Volkswagen vom Marktführer.“ Nach Berechnungen des CAM wird Toyota diesen engen Vorsprung allenfalls dieses Jahr noch halten können. „Wir rechnen damit, dass Toyota 2014 seine Spitzenposition mit 10,2 Millionen verkauften Pkw nur knapp verteidigen kann, während Volkswagen mit prognostizierten 10,1 Millionen verkauften Pkw im Gesamtjahr sogar knapp vor GM bleiben könnte“, sagte Bratzel.

Über dts Nachrichtenagentur

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