Experte kritisiert geplantes Anti-Doping-Gesetz

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Foto: Rad-Rennfahrer, über dts Nachrichtenagentur

Berlin – Der Doping-Experte Werner Franke hat deutliche Kritik am geplanten Anti-Doping-Gesetz der Bundesregierung geäußert. Die Vorlage sei „nicht nur ein kleiner Wurf, sondern gar kein Wurf“, so Franke im Gespräch mit „HR1“. „Das ist entweder total dumm oder total hinterhältig.“

Die Zuständigen, Bundesinnenminister Thomas de Maizière und Bundesjustizminister Heiko Maas, hätten „keine Ahnung von der Sache“. Franke begründete dies mit aus seiner Sicht eklatanten Versäumnissen beziehungsweise Schwächen des Gesetzentwurfs. Der Dopingexperte kritisierte, dass es strafrechtliche Konsequenzen nur für Spitzenathleten und Profis geben solle, nicht aber für Amateure und Freizeitsportler. Zudem laufe eine Strafandrohung gegen Mediziner völlig ins Leere – Ärzte könnten sich problemlos mit Hinweis auf ihre Schweigepflicht aus der Affäre ziehen. Die Verordnung von Mitteln, die leistungssteigernd wirken können, müsste von der Schweigepflicht ausgenommen werden, forderte Franke. Er griff außerdem ganz grundsätzlich das System der Sportförderung an. „Wir haben einen Staat, der jede Art der Hilfe für junge Leute von der Zahl der Medaillen abhängig macht.“

Über dts Nachrichtenagentur

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