Experte: Abbau der kalten Progression entlastet Bürger nur wenig

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Berlin – Der einzelne Steuerzahler wird beim Abbau der kalten Progression nur um geringe Beträge entlastet: Ein verheirateter Facharbeiter, der nach Abzug aller Freibeträge etwa 30.000 Euro versteuern muss, hat im kommenden Jahr 34 Euro mehr im Portemonnaie. Das ergibt eine erste Schätzung des Berliner Steuerexperten Frank Hechtner für das „Handelsblatt“ (Freitagsausgabe). Hechtner stützt sich dabei auf die Ankündigung von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU), dass oberhalb des Grundfreibetrags der Einkommensteuertarif um 1,5 Prozent nach rechts verschoben werden soll.

Geringverdiener, nach Abzug der Freibeträge 10.000 Euro versteuern müssen, werden gar nur um einen Euro jährlich entlastet. Ab einem zu versteuernden Einkommen von 54.000 Euro beträgt die jährliche Entlastung 100 Euro. Hechtner bezweifelt, ob die Bundesregierung wirklich alle Tarifstufen in die Reform einbeziehen wird: Denn dann würden vor allem die besonders Wohlhabenden besonders stark profitieren: Wer 255.000 Euro versteuern muss, würde um 213 Euro entlastet. „Ich glaube nicht, dass dann die Steuerausfälle für den Staat tatsächlich nur 1,5 Milliarden Euro jährlich betragen werden“, sagte Hechtner. Sie dürften dann deutlich höher liegen.

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