Ex-Verteidigungsminister Jung verteidigt Gedenkkultur der Streitkräfte

Bundeswehrsoldaten, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Bundeswehrsoldaten, über dts Nachrichtenagentur

Berlin – Der ehemalige Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) hat die Kritik des einstigen Wehrbeauftragten des Bundestages, Reinhold Robbe (SPD), an der Art des Gedenkens für getötete Bundeswehr-Soldaten zurückgewiesen. „Das Ehrenmal am Bendlerblock steht mitten in Berlin“, sagte Jung der „Mitteldeutschen Zeitung“ (Online-Ausgabe). „Und die Resonanz unter den Soldaten ist eindeutig positiv.“

Robbes Behauptung mit Blick auf die für Samstag geplante Eröffnung des „Waldes der Erinnerung“ am entlegenen Schwielowsee, es gebe eine „verfehlte Gedenkkultur in Deutschland“ und die Kriegsopfer würden „versteckt“, stimme schon deshalb „auf gar keinen Fall“, fügte Jung hinzu. „Und wäre an dem 2009 eröffneten Ehrenmal der Bundestag beteiligt worden, dann hätten wir heute noch kein Ehrenmal.“ Robbe hatte der „Bild“-Zeitung gesagt, der Standort Schwielowsee sei ein „Schlag ins Gesicht für die Angehörigen“. Es fehle zudem ein Ort des Gedenkens für alle Opfer seit der Gründung der Bundesrepublik, „die als Soldaten, Diplomaten oder Entwicklungshelfer“ für Deutschland gestorben seien. Auf dem Gelände der Henning-von-Tresckow-Kaserne bei Potsdam weiht von der Leyen einen Tag vor dem Volkstrauertag im Beisein von Bundespräsident Joachim Gauck den Gedenkort ein. In der Kaserne sitzt das Einsatzführungskommando, das die Auslandseinsätze plant und leitet.

Über dts Nachrichtenagentur

Anzeige