Ex-SPD-Parteichef Engholm: Agenda 2010 hat Stammwähler gekostet

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Für den ehemaligen SPD-Parteichef Björn Engholm bedeutet die Agenda 2010 eine Zäsur in der Geschichte der Sozialdemokratie. „Man kann für die Agenda 2010 sicher das ein oder andere ökonomische Argument geltend machen. Aber die Agenda hat für die SPD einen tiefen Einschnitt bedeutet“, sagte Engholm der „Heilbronner Stimme“ (Freitag).

„Ich denke, sechs bis neun Prozent unserer Stammwähler sind in das Lager der Nichtwähler und zur Linken abgewandert. Diese Enttäuschten zurückzuholen ist außerordentlich schwer.“ Seiner Partei rät er, auf das Thema Gerechtigkeit zu setzen. Engholm: „Ich glaube an das Thema Gerechtigkeit. Auch wenn wir ein starkes Wirtschaftswachstum im Land haben und eine ausgesprochen gute Beschäftigungslage, so sind doch 75 Prozent der Deutschen der Meinung, dass es in dieser Gesellschaft nicht wirklich gerecht zugeht.“ Zu den Chancen seiner Partei bei der Bundestagswahl sagte er: „Ich denke, die SPD kann noch die 30-Prozent-Marke erreichen. Die CDU hat aber den Vorteil, dass sie vier Koalitionsoptionen hat. Die SPD hat nur zwei, ein Bündnis mit Union oder mit den Grünen. Andere Optionen sehe ich für meine Partei derzeit nicht.“

SPD-Parkschild, über dts Nachrichtenagentur
Foto: SPD-Parkschild, über dts Nachrichtenagentur