Ex-NFL-Profi Venzke fürchtet Spätfolgen von Gehirnverletzungen

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Berlin – Der frühere NFL-Profi Patrick Venzke fürchtet Spätfolgen von Gehirnverletzungen, die er während seiner Karriere in der US-Football-Liga erlitten hat. Im „Spiegel“-Gespräch berichtet Venzke, der 2001 als erster Deutscher einen NFL-Vertrag erhielt, dass er seit einiger Zeit eine Wesensveränderung an sich beobachte. „Von 365 Tagen im Jahr habe ich 350 gute Tage. Die übrigen 15 sind es, die mir Angst machen. Da bin ich manchmal froh, dass ich keine Waffe im Haus habe. Keine Ahnung, was ich sonst damit anstellen würde.“

Zu schaffen mache ihm eine hohe Reizbarkeit in alltäglichen Stresssituationen, etwa bei lautem Kindergeschrei. „Da wird mein Aggressionspotenzial abgerufen, als stünde ich auf dem Feld. Ich hätte keine Schwierigkeiten, einem anderen Menschen Schaden zuzufügen“, sagte Venzke. Der 40-Jährige, der bei den Jacksonville Jaguars unter Vertrag stand, es dort aber nie in die Stammformation schaffte, spielte auf der Position des Tackle. „Ich war der Rammbock und der Bodyguard, im Training hat es bis zu hundertmal geknallt, jeden Tag“, sagte er. „Das war nicht immer das Gesündeste.“ Um seinen Platz im Kader nicht zu verlieren, habe er Verletzungen für sich behalten: „Gehirnerschütterungen habe ich verschwiegen, weil ich nicht wollte, dass der Scout oder der Trainer von einer Verletzung erfahren. Das war einfach. Du kriegst einen vor den Kopf, aber dass die Zahlen auf der Anzeigetafel verschwimmen, merkt ja außer dir niemand. Und wenn du doch mal wackelst, gibt es Riechsalz – zack, zack, und weiter geht’s.“

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