Ex-Minister Guttenberg hält deutsch-amerikanische Freundschaft für gefährdet

Karl-Theodor zu Guttenberg, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Karl-Theodor zu Guttenberg, über dts Nachrichtenagentur

New York – Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hat die US-Regierung aufgefordert, ihre Politik gegenüber Deutschland zu ändern. Andernfalls werde US-Präsident Barack Obama „als Totengräber transatlantischer Freundschaft in die Geschichtsbücher eingehen“, schrieb Guttenberg in einem Beitrag für die „Bild“-Zeitung (Freitagausgabe). Spätestens nach den scharfen Reaktionen der Bundesregierung auf die jüngst bekannt gewordenen Fälle von US-Spionage gegen Deutschland „sollten bei Barack Obama alle Alarmglocken klingeln“, so Guttenberg, „er wird seinen politischen Stil der lächelnden (und oft leider ahnungslosen) Distanz ändern müssen“.

Die Freundschaft zu den USA sei ein „Sanierungsfall“, so der Ex-Minister weiter. „Antiamerikanismus floriert bereits bedenklich in unserem Lande. Dies dient weder den amerikanischen noch unseren Sicherheitsinteressen.“ Guttenberg betonte zugleich die Verantwortung der deutschen Regierung, das Verhältnis zu Amerika wieder zu verbessern: „Nichts zu tun, würde vor allem uns selbst schwächen.“ Denn Deutschland sei „auf die Kooperation von Geheimdiensten angewiesen“. Spione oder Doppelspione werde es immer geben, auch unter verbündeten Staaten, so Guttenberg. „Wird man allerdings unter Freunden erwischt, schlägt die Stunde der Kommunikation und Vertrauensbildung. Hier hat Obama bedauerlicherweise versagt.“

Über dts Nachrichtenagentur

Anzeige