EVP-Fraktionschef Weber will „digitale Europäische Universität“

Brüssel (dts Nachrichtenagentur) – EVP-Fraktionschef Manfred Weber (CSU) hat die Einrichtung einer „digitalen Europäischen Universität“ gefordert. In der Hochschule sollten „angehende Akademiker und junge Wissenschaftler selbstbewusst und ambitioniert an den Schlüsselinnovationen der Zukunft arbeiten und forschen“, schreibt Weber in einem Gastbeitrag für die Wochenzeitung „Die Zeit“. Mit Weber schaltet sich damit ein führender Europapolitiker in die Debatte um eine Europäische Universität ein, die der französische Präsident Emmanuel Macron angestoßen hatte.

Macron hatte gefordert, bis zum Jahr 2024 mindestens 20 Europäische Universitäten zu etablieren. „Europa braucht mehr Ideen und Ehrgeiz, nicht so sehr neue Gebäude“, argumentiert Weber. Neben Weber äußerten sich auch führende Vertreter von Wissenschaftsinstitutionen und Universitäten in der „Zeit“. Der künftige Präsident der Hertie School of Governance, Henrik Enderlein, fordert eine europäische Regierungshochschule, die an einem halben Dutzend Standorte gegründet werden solle. Sozialwissenschaftliche Europaforschung und die Ausbildung europäischer Führungskräfte für Staat, Wirtschaft und Gesellschaft sollten den Kern der Universität bilden. Die Generalsekretärin des Deutschen Akademischen Austauschdienstes, Dorothea Rüland, regt den Ausbau europäischer Netzwerke an. „Dabei wachsen die Hochschulen immer stärker zusammen, gemeinsame Strukturen entstehen.“ Wolfgang Rohe fordert in einem Gastbeitrag, dass Universitäten in Europa sich der Migrationskrise oder der Krise der Rechtsstaatlichkeit annehmen sollten.

Manfred Weber (CSU), über dts Nachrichtenagentur
Foto: Manfred Weber (CSU), über dts Nachrichtenagentur