EVP-Fraktionschef: Briten ohne EU chancenlos

Brüssel (dts Nachrichtenagentur) – Der Vorsitzende der EVP-Fraktion im Europaparlament, Manfred Weber, gibt Großbritannien keine Chance, sich in der Weltwirtschaft ohne die EU zu behaupten. „Wir Deutsche, wir Franzosen, wir Polen sind von dem gemeinsamen Weg überzeugt“, so Weber im „Deutschlandfunk“. Wenn die Briten jetzt nicht mehr davon überzeugt seien, dann sei das „deren Entscheidung“.

Egal, wie das heutige Referendum ausgehe, die EU könne gelassen reagieren. Denn in allen anderen Mitgliedsstaaten werde die Gemeinschaft in Umfragen immer noch sehr positiv bewertet. „Wenn wir mit den Leuten sprechen, dann wird das auch verstanden, dass wir in einigen Bereichen ein starkes Europa brauchen.“ Es gehe doch um die Grundsatzfrage,ob wir die Aufgaben unserer Zeit wie Flüchtlinge oder Terror besser gemeinsam bekämpfen oder alleine, so Weber. „Und da bin ich überzeugt, dass die Menschen sagen, gemeinsam macht es Sinn, aber es muss auch funktionieren, und deswegen muss Europa besser werden, es muss liefern.“ Die Menschen hätten aufgrund der Globalisierung und der Kriege um sie herum Zukunftssorgen. Darauf müsse, so Weber, die Politik eine verlässliche Antwort geben. „Diese Sicherheit auszustrahlen, das ist das, was wir brauchen, und wir brauchen auch Führung in der Politik.“ Man müsse den Menschen die Globalisierung erklären, man müsse ihnen sagen, dass dieser Kontinent keine Zukunft hat, wenn wir nicht zusammenhalten, sagt der Fraktionsvorsitzende. „Wir werden in einer globalisierten Welt nicht überleben.“ Man könne diesen Kontinent und den „European way of life“ nur dann verteidigen, wenn man zusammenstehe. „Es glaubt doch niemand, dass die 60 Millionen Briten am Ende der Tage global in der Welt, in der wir heute leben, mit China und mit den Weltmärkten, die kommen, wirklich durchsetzungsfähig sein werden.“ Die Briten entscheiden heute über einen Austritt aus der Europäischen Union. Verlässliche Zahlen werden in der Nacht erwartet.

Big Ben, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Big Ben, über dts Nachrichtenagentur