Eurogruppen-Chef rügt Deutschland für fehlenden Reformeifer

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Washington – Der Vorsitzende der Eurogruppe, der niederländische Finanzminister Jeroen Dijsselbloem, hat Deutschland aufgefordert, sich nicht auf den Lorbeeren der vergangenen Arbeitsmarktreformen auszuruhen. „Strukturreformen sind nicht etwas, was man alle zehn oder zwanzig Jahre macht“, sagte Dijsselbloem der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (F.A.Z./Montagsausgabe) am Rande der Jahrestagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) in Washington. „Deutschland muss wachsam sein, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Man kann nicht selbstzufrieden auf Reformen schauen, die Jahre zurückliegen“, sagte er der F.A.Z. „Man muss nach vorne schauen.“

Der Eurogruppenchef spielt mit seiner Kritik darauf an, dass die Hartz-IV-Arbeitsmarktreform in Deutschland ein Jahrzehnt zurückliegt. Diese Reform gilt als Grundstein für die auch während der Finanz- und Euro-Krise solide Entwicklung am Arbeitsmarkt. Die Warnung an Deutschland kommt direkt vor dem Treffen der Eurogruppe an diesem Montag in Luxemburg, auf der sich die laufende Diskussion der Eurostaaten über die Förderung von Wachstum und Investitionen fortsetzen dürfte.

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