EU-Antiterror-Beauftragter EU: Mehr Austausch von Polizei-Daten

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Der Antiterrorismus-Koordinator der EU, Gilles de Kerchove, hat die EU-Staaten eindringlich aufgefordert, zur Vereitelung von Terroranschlägen mehr Informationen von Sicherheitsbehörden und Geheimdiensten zu teilen. Das berichtet die Zeitung „Bild“ (Mittwoch). Einige Staaten seien „weiter nicht überzeugt vom Nutzen“ der Zusammenarbeit.

De Kerchove verweist darin auf die positiven Ergebnisse des stärkeren Informationsaustauschs. So habe es seit 2015 bei der Überprüfung möglicher terroristischer Finanzgeschäfte 17.500 Treffer in den EU-Datenbanken gegeben. Durch den Einsatz eigener Beamter bei Personenkontrollen in den Flüchtlings-Hotspots in Griechenland habe es in 70 Fällen Treffer in den Europol-Datenbanken gegeben. In vier Fällen ging es dabei um Terrorverdacht. In den Europol-Datenbanken seien Daten zu 25.353 Personen mit möglichen terroristischen Verbindungen erfasst, darunter 5769 verifizierte ausländische Kämpfer, die aus Europa zum Beispiel nach Syrien oder in den Irak gereist sind.

EU-Fahnen, über dts Nachrichtenagentur
Foto: EU-Fahnen, über dts Nachrichtenagentur