EU-Analyse: Eigene Umweltziele werden verfehlt

Brüssel (dts Nachrichtenagentur) – Ohne zusätzliche Anstrengungen der Mitgliedstaaten wird die EU ihre selbst gesetzten Umweltziele für 2020 zu einem guten Teil verfehlen. Das geht aus einer Analyse der Europäischen Umweltagentur (EUA) hervor, über die die Funke-Mediengruppe berichtet. Für 12 von 29 Indikatoren für die Umweltqualität gilt eine Zielerreichung demnach derzeit als unwahrscheinlich, darunter etwa die Reduzierung von Lärm, eine geringere Luftbelastung in Städten, weniger Landverbrauch oder die Reduzierung der Nitratbelastung in der Landwirtschaft.

Die Umweltagentur erklärte der Funke-Mediengruppe, die Verlangsamung der Fortschritte in einigen Bereichen sei „besorgniserregend.“ Besonderen Anlass zur Sorge sieht der Bericht der EU-Einrichtung unter anderem beim Anstieg der Treibhausgas-Emissionen aus dem Verkehrsbereich. Für neun Felder zieht die Umweltagentur aber eine ausdrücklich positive Bilanz und sieht die Zielerreichung schon jetzt als wahrscheinlich an: Dazu gehören die Senkung des Müllaufkommens, eine höhere Energieeffizienz, die Reduzierung von Treibhausgasen oder eine bessere Qualität der Badegewässer. Der Bericht betont auch, dass die EU bei ihren Schlüsselzielen für Klima und Energie auf dem richtigen Weg bleibe. Eine der Autorinnen des Berichts, Aphrodite Mourelatou, sagte den Zeitungen: „Die jüngsten Trends zeigen, dass wir unsere Anstrengungen zur Verringerung des Energieverbrauchs sowie zur Verringerung der Emissionen aus Verkehr und Landwirtschaft verstärken und Flächen für die Stadtentwicklung eindämmen müssen.“ Die Umweltziele hatten Kommission, Parlament und Rat der EU 2013 in einem Umwelt-Aktionsprogramm festgelegt und dafür 29 Indikatoren bestimmt. In dem Bericht heißt es nun, nach der Finanzkrise 2008 habe die schwächere Wirtschaftsentwicklung positiv auf verschiedene Umweltindikatoren ausgewirkt; weil das Wirtschaftswachstum zurückgekehrt sei, würden nun aber verstärkte Anstrengungen benötigt.

EU-Fahne, über dts Nachrichtenagentur
Foto: EU-Fahne, über dts Nachrichtenagentur