Ernennung von Ebola-Beauftragtem stößt auf Kritik

Berlin – Politiker von Linken und Grünen im Bundestag haben mit Kritik darauf reagiert, dass die Bundesregierung einen eigenen Ebola-Beauftragten ernannt hat. „Wo ist eigentlich Herr Nooke, der Afrikabeauftragte der Bundesregierung?“, fragte Niema Movassat, Obmann der Linksfraktion im Entwicklungsausschuss, im Gespräch mit dem „Handelsblatt“ (Onlineausgabe). „Dass die Bundesregierung erst drei Monate, nachdem die Epidemie außer Kontrolle zu geraten begann, erkennt, dass es großen Koordinierungsbedarf gibt, sagt viel über das schlechte Krisenmanagement aus.“

Es zeige außerdem, dass die Verlagerung der humanitären Hilfe ins Auswärtige Amt ein Fehler gewesen sei. Das Entwicklungshilfeministerium habe in der Vergangenheit „wesentlich schneller und professioneller auf internationale Katastrophen reagiert“. Mit einem eigenen Ebola-Beauftragten will die Bundesregierung ihre Hilfe für die betroffenen afrikanischen Staaten international stärker abstimmen. Den Posten übernimmt den Angaben zufolge der frühere Leiter des Krisenreaktionszentrums des Auswärtigen Amtes und jetzige Botschafter in Venezuela, Walter Lindner. Aus Sicht von Kordula Schulz-Asche, Sprecherin der Grünen-Bundestagfraktion für Prävention und Gesundheitswirtschaft, wirft die Personalie viele Fragen auf. „Nachdem sich Merkels Afrika-Beauftragter in der Ebola-Krise als Totalausfall entpuppte, zaubert nun die Bundesregierung einen eigenen Ebola-Beauftragten aus dem Hut“, sagte Schulz-Asche dem „Handelsblatt“ (Onlineausgabe). „Da die Bundesregierung bisher nicht fähig oder willig war, ein effektives Krisenmanagement zu installieren, soll nun Herr Linder eine längst überfällige Systematik in die Hilfen der Bundesregierung für die betroffenen Länder bringen.“

Über dts Nachrichtenagentur

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