Eric Clapton: Ich mag keine Tourneen

Berlin – Rock-Legende Eric Clapton hat sich mit dem verstorbenen US-Musiker JJ Cale, der immer nur wenige Konzerte gegeben hat, verglichen: „Ich selbst mag auch keine Tourneen. Ich mochte sie mal, als ich noch ein `Kid` war“, sagte der 69- jährige Gitarrist und Sänger „Welt am Sonntag“. „Heute will ich nicht mehr in Hotels wohnen. Ich will auch nicht mehr zum Flughafen fahren. Ich will am liebsten zu Hause sein.“

Clapton hat gerade sein neues Album „The Breeze“ veröffentlicht – ein Tribut an den 2013 verstorbenen JJ Cale: „Die Nachricht von JJ`s Tod hatte mich schwer getroffen. Ich war darauf in keiner Weise vorbereitet“, sagte Clapton der „Welt am Sonntag“. „Wenn ich mal von den Todesfällen in meinem Familienkreis absehe, haben mich die Tode von Freddie King und JJ am meisten getroffen. Aus irgendeinem Grund hatten Charaktere wie er einen tiefen Einfluss auf meine musikalische Psyche. Mein ganzes Leben lang.“ Clapton hatte mit Cover-Versionen der Cale-Songs „After Midnight“ und „Cocaine“ Welt-Hits. 2006 nahmen die beiden ein gemeinsames Album auf. An der heutigen Zeit störe ihn, dass sich viele Menschen nicht mehr für die Ursprünge populärer Musik interessieren. „Es gibt heute einen Mangel an Neugier, man interessiert sich nicht mehr für den historischen Kontext, für die Ursprünge von Songs, wo sie herkommen. Mir scheint, dieses Desinteresse ist heute schlimmer, als je zuvor“, sagte er der „Welt am Sonntag“. „Das macht mich ziemlich traurig. Aber vielleicht ist das ja schon immer so gewesen. Vielleicht werde ich einfach alt. Vielleicht werde ich griesgrämig und übellaunig“, so Clapton. „Für mich war es damals anders: Ich wollte von meinen Idolen immer wissen: Welche Musik haben sie denn gehört?“ An JJ Cale habe er auch stets bewundert, dass er es geschafft habe, ein freier Künstler zu bleiben, und dass er sich an dem ganzen „Bullshit“ des Musik-Geschäfts nicht beteiligt habe. „Inzwischen weiß ich, dass man zwar versuchen kann, anonym zu bleiben. Es wird aber immer Leute geben, die dich aufspüren werden. In gewisser Weise bin ich schon mit 17 in Rente gegangen. Weil ich schon damals vom Musik-Geschäft genug hatte“, sagte er der Zeitung. „Ich bekam in einer kurzen Zeit einen Überblick, was dieses Musik-Geschäft ausmacht und was da alles dranhängt. Ich sagte mir: `Ich bin raus.` Und ich wurde dann gerade wegen dieser Haltung berühmt“, so der Musiker. „Ich konnte nichts dagegen tun, Es war außerhalb meiner Kontrolle.“

Über dts Nachrichtenagentur

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