Eon-Chef hat Verständnis für Kritik an zu hohen Managergehältern

Düsseldorf (dts Nachrichtenagentur) – Eon-Chef Johannes Teyssen hat Verständnis für die Kritik an zu hohen Managergehältern. „Für uns war immer wichtig, dass in keinem Unternehmen im Konzern zweistellige Millionengehälter möglich sind“, sagte Teyssen im Interview mit dem „Handelsblatt“ (Mittwochsausgabe). „Es gibt eben einen Punkt, bei dem die Menschen Probleme haben zu verstehen, dass das für die Leistung eines Menschen angemessen sein kann.“

Zwar sei die Komplexität und das Risiko der Arbeit von Vorständen gestiegen und deshalb sei ein „gewisser Anstieg“ gerechtfertigt. „Aber man muss auf den Zusammenhalt der Gesellschaft achten.“ Die Bürger hätten den Eindruck, dass sich die Gehälter von Vorständen und die der normalen Bürger fundamental auseinanderentwickelt hätten, sagte Teyssen. Über die vergangenen Dekaden betrachtet, sei der Eindruck auch nicht falsch. „Auf Dauer kann das den Zusammenhalt der Gesellschaft gefährden“, sagte Teyssen: „Das Gehalt muss in der absoluten Höhe und im Verhältnis zur Belegschaft im Maßstab bleiben. Für mich ist beim 50-Fachen des Durchschnittsgehalts die Obergrenze.“ Teyssen äußerte sich auch besorgt, über einen möglichen Austritt der Briten aus der Europäischen Union (EU). „Ein `Brexit` hätte eine dramatische Schwächung Großbritanniens und auch eine dramatische Schwächung Europas zur Folge“, sagte er. „Es lohnt sich, dafür zu kämpfen, die Briten in Europa zu halten.“ Aber selbst wenn der „Brexit“ verhindert werde, dürfe Europa nicht „zur Tagesordnung“ übergehen. Dahinter stecke eine große Skepsis gegenüber Europa, die es auch Frankreich und Deutschland gebe. Das müsse man ernst nehmen. „Europa wird sich neu erfinden müssen“, forderte Teyssen.

EON-Zentrale, über dts Nachrichtenagentur
Foto: EON-Zentrale, über dts Nachrichtenagentur