EKD-Chef: Islam muss eigene Traditionen selbstkritisch betrachten

Gläubige Muslime beim Gebet in einer Moschee, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Gläubige Muslime beim Gebet in einer Moschee, über dts Nachrichtenagentur

Berlin – Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, hat ist der Ansicht, dass der Islam sich „wie jede andere Religion“ selbstkritisch mit den eigenen Traditionen auseinandersetzen muss. „Was gewaltbereite Salafisten oder radikalisierte Jugendliche betrifft, sind die muslimischen Gemeinden wahrscheinlich am ehesten in der Lage, einen Zugang zu ihnen zu finden“, sagte Bedford-Strohm im Interview mit „Spiegel Online“. „Sie sollten versuchen, die jungen Leute aus den Fängen fehlgeleiteter Ideologen zu befreien oder sie von vornherein dagegen zu immunisieren.“

Dabei beobachte er, dass die Sensibilität für die Notwendigkeit, als muslimische Gemeinde zu handeln, wachse. Der EKD-Ratsvorsitzende warnte vor Angst und Verunsicherung angesichts terroristischer Gefahren in Europa. Das wäre schon ein erster Triumph für Terroristen. „Je erkennbarer wir als globale Friedenskraft werden, desto deutlicher wird der Ruf, dass Aggression und Terror am Ende nicht siegen dürfen.“

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