Eistobel-Grünenbach – Schulklasse vermisst – 110 Einsatzkräfte üben den Ernstfall

Foto: BRK

Foto: BRK

Bei einer Großübung am Eistobel in Grünenbach im Westallgäu haben rund 110 Rettungskräfte bewiesen, dass sie auf Einsätze wie kürzlich an den Buchenegger Wasserfällen bei Oberstaufen gut vorbereitet sind.

Das Szenario war, dass eine Schulklasse nach einem Gewitter im Eistobel bei Grünenbach vermisst wird. Innerhalb von wenigen Minuten waren sowohl Taucher der Wasserwacht, die Feuerwehren, die BRK-Rettungshundestaffeln Oberallgäu und Memmingen und die Schnelleinsatzgruppen „Behandlung“ und „Transport“ vom BRK Lindau und Oberstaufen mit ihren Einsatzkräften vor Ort.

Landrat Elmar Stegmann war ebenfalls am Eistobel, um die Übung zu verfolgen. „Es ist gut, dass diese Übung gemacht wird, denn der Eistobel ist bei uns ein Schwerpunkt im Tourismus  und dadurch, dass tausende von Menschen jedes Jahr hierher kommen, kommt es natürlich immer wieder vor, dass es zu Unfällen kommt.“ Er bezeichnete es als beeindrucken, wie viele Ehrenamtliche sich am Samstagnachmittag für die Übung Zeit genommen haben. Allein rund 30 Mimen vom Jugend-Rot-Kreuz in Weiler-Simmerberg und Oberstaufen haben sich bereits vormittags geschminkt und im Gelände versteckt.

Ramona Olbrichs Hündin Nelly bekommt eine Kamera auf den RückenSolche Einsatzlagen wie bei der Übung könnten in der Realität bei schnellen Wetterumschwüngen mit Gewitter und Blitzeinschlägen durchaus vorkommen. Im Sommer hatte es an den Buchenegger Wasserfällen einen beinahe genauso großen, tatsächlichen Einsatz gegeben: Ein 17-jähriger Flüchtling ist ins Wasser gefallen und er und sein 31-jähriger Betreuer, der ihm zu Hilfe kommen wollte, sind ertrunken. Nur speziell geschulte Einsatzkräfte konnten verhindern, dass noch weitere Menschen zu Schaden kamen.

„Ich bin jetzt beruhigt, was die künftigen Einsätze angeht“, sagt Christoph Tiebel, Übungsleiter von der BRK-Rettungshundestaffel Oberallgäu. „Wir haben ja bei den Buchenegger Wasserfällen zwei Tote gehabt und viele Betroffene. Hier waren es jetzt 30 Betroffene, also sehr sehr viel und das haben wir auch gestemmt.“  Zeitlich gesehen habe man sogar übertroffen, was man sich vorgenommen habe, sagte Tiebel. Schon nach drei Stunden waren alle rund 30 Mimen gefunden und versorgt. „Es ist also sehr schnell und effizient gearbeitet worden.“