Eishockey – Ernüchterung bei den Indians – 1:4 gegen den ERC Sonthofen

ECDC Memmingen + 16.03.2014 + 14-0384

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rad – War’s das schon? Der ECDC Memmingen hat auch das zweite Finalspiel um die Bayernliga-Meisterschaft gegen den ERC Sonthofen verloren. Vor ausverkauftem Haus am Memminger Hühnerberg behielten die Gäste mit 4:1 (1:0/3:0/0:1) die Oberhand und spielten dabei ihre deutlich überlegene, spielerische Klasse aus.

Die Ausgangslage war klar: um sich ein weiteres Heimspiel zu sichern, war ein Sieg der Indians nötig. Allerdings mußten die Memminger auf den gesperrten Martin Schweiger verzichten, ansonsten konnte das Trainerduo Koch/Dollhofer auf seinen gewohnten Kader zurückgreifen.

Entsprechend begannen die Einheimischen zunächst druckvoller, handelten sich aber zwei Strafen ein, die Sonthofen prompt zur Führung durch Kujala nutzt. Und schon war die Anfangseuphorie der Indians wie weggefegt. Die Memminger benötigten einige Zeit, um sich von dem Schock zu erholen. Gegen Ende des ersten Durchgangs ging’s wieder besser, auch weil die Gäste sich selbst dezimierten. Aber sie standen gut, ließen kaum Memminger Chancen zu. Und dann hatten sie auch noch Torhüter Zellhuber, der auch das nötige Quäntchen Glück hatte. Wie in der 26. Minute, als Kerber in Unterzahl an Sonthofens Goalie scheiterte. Auch Indians-Keeper Martin Niemz konnte sich gegen Sonthofens Kleinheinz auszeichnen, der ganz allein vor ihm auftauchte (27.).  Die Gäste zeigten ihre Klasse insbesondere im Überzahlspiel – die Folge, das 0:2 nach 32 Minuten durch Kleinheinz, gerade, als die Indians eine Strafzeit überstanden hatten.

Kaum komplett im zweiten Durchgang

Überhaupt verteilte der Unparteiische die Strafzeiten recht üppig, zuweilen für ein Play-Off-Spiel viel zu leichtfertig und griff damit durchaus entscheidend ins eigentlich faire Spielgeschehen ein. Sonthofen war’s wurscht – die Oberallgäuer profitierten dann auch noch von einem kapitalen Memminger Wechselfehler und weiteren Strafen gegen Memmingen. Die haderten nicht zu Unrecht mit den Entscheidungen des Unparteiischen, der im zweiten Durchgang die Memminger kaum komplett agieren ließ. 16:6 Strafminuten zu Ungunsten der Maustädter lassen hier ein Ungleichgewicht erkennen.

Dennoch – entscheidend waren die individuellen Fehler der Memminger, die die ausgebufften und profihaft auftretenden Gäste entscheidend nutzten. Die Luft war nach 40 Minuten und dem Spielstand von 0:34 “raus” – die Partie plätscherte dem Ende entgegen. Sonthofen spulte sein Pensum herunter, ohne ernsthaft in Gefahr zu kommen. Zumindest gelang Michael Polaczek noch der Ehrentreffer kurz vor dem Ende.

In der anschließenen Pressekonferenz waren sich die Trainer über den verdienten Sieg der Gäste einig. Interessant war dennoch, dass sogar Sonthofens Trainer Dave Rich von einer “chaotischen” Schiedsrichterleistung sprach. Er wünschte sich bei einem Bayernliga-Finale eine qualitativ bessere Besetzung.

Das dritte und vielleicht schon entscheidende Finalspiel findet am kommenden Freitag in Sonthofen statt. Nur wenn die Indians dort gewinnen können, gibts am nächsten Sonntag  am Hühnerberg eine weitere Auflage des Allgäuer Derbys.

ECDC Memmingen: Niemz (ab 40.01 Reichelmeir) – Schmelcher, Hoffmann, Stotz, Tenschert, Neumann, S. Schirrmacher, Jainz – Pertl, Joanette, Polaczek,  Zientek, Lachner, Becker, Rott, Börner, Kerber, Zimmermann, Krafczyk.

ERC Sonthofen: Zellhuber (Harß) – Wong, Franz, Henkel, Vit, C. Tarrach, Bindl, Krötz – Kleinheinz, Waginger, Vaitl, Berger, S. Tarrach, Sill, Sabautzki, Newhook, Martens, Kujala, Grimm.

Tore: 0:1 (5.) Kujala (Kleinheinz; 5-3), 0:2 (32.) Kleinheinz (Waginger), 0:3 (36.) Vaitl (Newhook/Sill; 5-3), 0:4 (37.) Krötz (Newhook/Sill; 5-3), 1:4 (59.) Polaczek (Hoffmann/Lachner)

Strafminuten: Memmingen 22 + 10 gegen S. Schirrmacher (Diszi) – Sonthofen 16

Schiedsrichter: Markus Schmidt –  Zuschauer: 3.650 (ausverkauft)

 

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