Eishockey – Endstation Halbfinale: Memminger Indians unterliegen vor 3051 Zuschauern Höchstadt

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Die Memminger Indians haben den zweiten Finaleinzug in Folge in der Bayerischen Eishockey-Liga verpasst. Im Halbfinale unterlag der ECDC den Höchstadt Alligators in zwei Spielen. Vor 3.051 Zuschauern am Hühnerberg konnten die Memminger am Freitagabend nicht an die zuvor gezeigten Leistungen anknüpfen und unterlagen letztlich klar mit 0:5. Höchstadt trifft im Finale nun auf Waldkraiburg oder Lindau, hier fällt die Entscheidung am Sonntag.

Ein Riesenspektakel war das Halbfinale der alten Rivalen Höchstadt und Memmingen schon vor dem Anpfiff. Einer aufwendigen und bislang am Hühnerberg einmaligen Lasershow zum Aufmarsch der Indianer folge eine nicht minder sehenswerte Choreografie der ECDC-Fankurve, die sich in Kreativität und Begeisterungsfähigkeit einmal mehr selbst übertraf. Es war also alles gerichtet für ein weiteres Eishockeyfest in der Eishockeystadt Memmingen – doch schon nach 89 Sekunden nach dem Auftaktbully wurden die Gäste zum Spielverderber: Daniel Jun brachte die Scheibe irgendwie zum Netz, erster Schuss, erstes Tor – die frühe Gästeführung. Und die war natürlich Gift für die GEFRO-Indians und spielte den Alligators voll in die Karten. Mit der Serienführung aus dem ersten Spiel im Rücken zogen sie sich mit vier Mann zurück an die eigene blaue Linie und ließen die verzweifelten Indianer anrennen. Milan Vanek hatte nach fünf Minuten die große Chance zum Ausgleich, scheiterte aber an Gäste-Keeper Philipp Schnierstein. Der HEC dagegen weiter eiskalt, nach 13. Minuten brachte Denker und Lenker Jun bei einem Konter den Puck gefährlich vors ECDC-Tor, Kontingentspieler Tomas Urban hielt den Schläger rein – 0:2. Apropos Kontingentspieler: Memmingens Kanadier Jordan Baker war da schon nicht mehr mit von der Partie, der Stürmer erwischte unter der Woche einen Magen-Darm-Infekt, der ihn nicht durchhalten ließ. Die Indians nun wie in Schockstarre und als Urban zum 0:3 durch die Schoner von Goalie Martin Niemz traf, war dessen Arbeitstag früh beendet. Alex Reichelmeir kam ins Gehäuse und musste sich gleich weiteren Angriffen erwehren. Mit 0:3 ging es nach einem wahren „Horror“-Drittel also in die Pause.

Der Rest der Partie ist schnell erzählt: „Wir waren dann einfach clever, haben uns darauf beschränkt, nichts mehr zuzulassen – und das ist uns gelungen“, erklärte HEC-Trainer Jun nach der Partie. In der Tat rannten die Indians nun an, kamen aber nur selten zu wirklich zwingenden Chancen. Höchstadt musste nicht mehr, Memmingen konnte nicht mehr. „Wir hätten wohl noch eine Stunde heute spielen können und hätten kein Tor gemacht“, kritisierte ECDC-Coach Erwin Halusa nach dem Spiel. „Wenn du in zwei Halbfinalspielen nur ein Tor erzielst, und das noch durch einen Verteidiger, kannst du nicht ins Finale kommen.“ Auch im letztes Drittel bot sich ein ähnliches Bild: Die GEFRO-Indians mit einigen Chancen, aber Glück und Können sprachen an diesem Abend für den HEC, der mit seinen Topspielern Jun, Kreuzer, Urban, Vojcak und Co. ganz cool das „Pensum“ runterspielte. Kurz vor Ende gelangen den Gästen in doppelter Überzahl noch die Treffer vier und fünf – es passte zum Abend, dass das Ergebnis auch noch ernüchternd und um ein paar Tore zu hoch ausfiel. Warum weite Teile der Mannschaft ausgerechnet in den Halbfinalspielen nicht ihre Leistung abrufen konnten, wird nun in den nächsten Wochen analysiert werden müssen. Denn die Ambitionen der Indians werden auch in Zukunft nicht kleiner werden. „Es war eine aufregende und erfolgreiche Saison, aber das letzte i-Tüpfelchen hat gefehlt. Es ist super, zum dritten Mal in Folge das Halbfinale erreicht zu haben – aber wir wollten mehr! Heute sind wir enttäuscht, morgen gehen wir an die Arbeit und setzen die fortgeschrittenen Planungen für die kommende Saison fort“, so die Vorstandschaft der Indians. Für die Fans, die in dieser Spielzeit einen neuen Zuschauerrekord am Hühnerberg aufgestellt haben, gibt es ohnehin nur zwei Worte: „Sensationell. DANKE!“