DIW-Präsident: Französische und deutsche Vorstellungen vereinbar

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, hält die Vorstellungen von Deutschland und Frankreich für eine EU-Reform für vereinbar. „Europa braucht sowohl mehr Solidarität als auch mehr Eigenverantwortung. Was die Franzosen fordern und was wir seit Jahren aus Deutschland hören, sind in Wahrheit keine Widersprüche“, sagte Fratzscher dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (RND/Mittwochausgaben).

„Die Nationalstaaten müssen mehr Verantwortung für ihre Banken und ihre Finanzen übernehmen. Genauso wichtig sind Hilfen für Länder, die in Schieflage geraten.“ Der DIW-Präsident bekräftigte seine Forderung nach einem „Schlechtwetterfonds“ mit dem Ziel, Ländern vorübergehend zu helfen, „die schwer in die Bredouille kommen und in eine große, tiefe Rezession geraten, temporär zu helfen“. Erforderlich seien funktionierende Stabilitätsmechanismen: „Schnelle Krisenintervention ist auch in Deutschlands Interesse. Denn wenn ein Land wie – nehmen wir mal – Italien ernsthaft in Schwierigkeiten geraten und von Spekulanten attackiert würde, hätten auch wir ansonsten einen hohen Preis zu zahlen.“

Marcel Fratzscher, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Marcel Fratzscher, über dts Nachrichtenagentur