DIHK: Lieber Rechtsanspruch auf Ganztagsschule als Lohngleichheit

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Eine gesetzliche Regelung zur Angleichung der Löhne von Frauen und Männern ist nach Ansicht des Präsidenten des Deutschen Industrie- und Handelstages (DIHK), Eric Schweitzer, überflüssig. „Kein normaler Chef zahlt einer Frau absichtlich weniger als einem männlichen Kollegen. Das ist Quatsch“, sagte Schweitzer in einem Interview mit „Bild“ (Dienstag).

Er fügte hinzu: „Unterschiede entstehen, weil Frauen lange Babypausen haben und danach Teilzeit arbeiten. Hier müssen wir ansetzen: Der Staat muss dafür sorgen, dass Eltern die Möglichkeit bekommen, ihr Kind auf eine Ganztagsschule zu bringen. Da brauchen wir einen Rechtsanspruch.“ In der Diskussion um das transatlantische Freihandelsabkommen TTIP unternimmt die Politik nach Schweitzers Worten „eindeutig zu wenig“, um die Akzeptanz in der Öffentlichkeit zu fördern. Der DIHK-Präsident: „Es wäre auch Aufgabe der Politik, den Bürgern zu erklären, worin die Vorteile für uns alle liegen können. Für Unternehmen und Arbeitsplätze, für Wachstum und Wohlstand. Stattdessen erleben wir, dass vor allem emotional diskutiert wird.“ Er ergänzte: „Wenn es nicht gelingt den Menschen die – zugegeben immer komplizierteren – Probleme zu erklären, dann gehen die Menschen dahin, wo sie vermeintlich einfache Antworten bekommen. Übrigens: Auch für den Wirtschaftsstandort Deutschland ist das keine gute Entwicklung!“

Kinder spielen auf einem Schulhof, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Kinder spielen auf einem Schulhof, über dts Nachrichtenagentur