DIHK: 40 Prozent der Seniorunternehmer finden keinen Nachfolger

Senioren und Jugendliche, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Senioren und Jugendliche, über dts Nachrichtenagentur

Berlin – Für Unternehmer wird es immer schwieriger, ihren Betrieb an einen geeigneten Nachfolger zu übergeben: „Über 40 Prozent der Seniorunternehmer finden nicht den passenden neuen Chef“, sagte der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), Eric Schweitzer, der F.A.Z. (Dienstagsausgabe). Noch dramatischer sei die Situation in der Industrie. „Hier kommen rein rechnerisch fünf Alt-Eigentümer auf einen möglichen Nachfolger.“

Der hohe Kapital- und Modernisierungsbedarf schrecke viele potentielle Nachfolger ab. Grundlage für Schweizers Einschätzung ist der noch unveröffentlichte aktuelle DIHK-Report zur Unternehmensnachfolge, der der F.A.Z. vorab vorlag. Während im vergangenen Jahr die Zahl der Übernahme-Interessierten, die den Weg zu einer der Industrie- und Handelskammern gefunden haben, auf einen neuen Tiefstand gesunken sei, habe eine Rekordzahl von Alt-Inhabern ihren Betrieb übergeben wollen, heißt es laut F.A.Z. in dem Report: „Erstmals übersteigt damit die Zahl der Alt-Inhaber die Zahl der potentiellen Betriebsübernehmer.“ Als Gründe nennt der DIHK den demographischen Wandel; immer mehr Unternehmer erreichten das Ruhestandsalter. Gleichzeitig seien für viele Chefsessel-Kandidaten in wirtschaftlich guten Zeiten sichere Angestelltenjobs attraktiver als die Übernahme einer Firma. „Setzt sich diese Entwicklung fort“, warnt der DIHK, „wird es im Jahr 2050 rund eine Millionen Selbstständige weniger geben.“

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