Die Tragödie von Ratzenried – Abschlussbericht der Brandermittler

Lkrs. Ravensburg/Argenbühl-Ratzenried | 22.11.2011 | 11-1479

DSC 0619

Die polizeilichen Ermittlungen zur Brandtragödie von Ratzenried, bei der zwei Kinder ums Leben kamen, sind mittlerweile abgeschlossen.

Wie bereits mehrfach berichtet, war in der Nacht auf den 8. Oktober ein landwirtschaftliches Anwesen im Bereich von Ratzenried in Brand geraten. Ein 4-jähriges Mädchen und ein 11-jähriger Junge konnten dabei nur noch tot aus den Trümmern geborgen werden.

Die Kriminalpolizei Ravensburg hatte noch in der Nacht die Ermittlungen an der Brandstelle aufgenommen. Da das Gebäude vom Feuer komplett zerstört wurde und der Wohn- und Ökonomieteil bis auf die Außenmauern vollständig ausgebrannt war, gestaltete sich die Brandursachenforschung als äußerst schwierig. Im Laufe der Ermittlungen gelang es den Beamten dennoch, den Brandentstehungsort auf einen Flur im Erdgeschoss des zweistöckigen Gebäudes einzugrenzen. Besonderes Augenmerk fiel dabei auf einen im Rahmen der Brandschuttabtragung sichergestellten Blechsockel einer Deckenlampe, welcher markante Schmelzperlen aufwies. Ein von der Staatsanwaltschaft beauftragter Sachverständiger bestätigte die Hypothese der Kriminalbeamten. Die an dem Sockel vorhandenen Anschmelzungen entstanden nicht im Verlauf des Brandes, sondern müssen als brandursächlich angesehen werden. Unter Betrachtung des Gesamtspurenbildes steht mit äußerster Wahrscheinlichkeit fest, dass ein elektrischer Defekt an der an einer Holzdecke montierten Lampe zum Brandausbruch führte.

Eine durchgeführte Obduktion ergab, dass die Kinder zweifelsfrei an den Folgen des Brandes verstarben. Der 44 Jahre alte Vater, der sich bei einem Rettungsversuch erhebliche Verletzungen zugezogen hatte, konnte die Klinik mittlerweile wieder verlassen. Die 39-jährige Mutter befindet sich nach wie vor in stationärer Behandlung. Der entstandene Sachschaden lässt sich auf rund 600 000 Euro beziffern.

Hauptbericht

Ergänzung 1.

Ergänzung 2.


 

 

Anzeige