DGB-Chef Hoffmann: Mindestlohn mit Steuerentlastung ergänzen

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Berlin – Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat die große Koalition aufgefordert, den gesetzlichen Mindestlohn mit steuerlichen Entlastungen für untere Einkommen zu verbinden. „Eine Steuerentlastung muss den Mindestlohn ergänzen“, sagte der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann in einem Interview des Nachrichtenmagazins „Focus“. „Sonst bekommen Alleinverdiener mit Mindestlohn weniger heraus als ohne, weil in diesen Einkommensbereichen die Steuerprogression so stark anzieht.“

Kleine und mittlere Einkommen müssten bei der Lohnsteuer entlastet werden, so Hoffmann. Im Gegenzug müsse die Abgeltungssteuer abgeschafft werden. „Auf Kapitaleinkommen muss wieder normale Einkommensteuer fällig werden“, forderte Hoffmann. „Das bringt rund sechs Milliarden Euro mehr für die Staatskasse – und mehr Steuergerechtigkeit. Es kann nicht sein, dass der Durchschnittsverdiener mehr als 35 Prozent Steuern zahlt und Millionäre mit Kapitaleinkünften mit 25 Prozent davon kommen.“ Nirgendwo steigen die Steuersätze nach den Worten von Hoffmann so schnell wie bei unteren Einkommen. Schon bei 13.470 Euro Jahreseinkommen verlange der Fiskus 24 Prozent Lohnsteuer, kritisierte der DGB-Chef. „Diese Grenze muss nach oben verschoben werden – auf 14.500 Euro. Davon würden diejenigen profitieren, denen wir mit dem gesetzlichen Mindestlohn zu deutlichen Lohnerhöhungen verhelfen.“ Hoffmann kritisierte weiter, dass der Staat seine Einnahmen aus der Lohnsteuer seit 2005 um gut ein Drittel gesteigert habe. Im gleichen Zeitraum sei der Durchschnittslohn nur um 17 Prozent gestiegen. „Typische Facharbeiter zahlen heute mehr Steuern als 2005. Wer dagegen Kapitaleinkünfte hat, führt deutlich weniger an den Fiskus ab“, sagte Hoffmann. „Das muss korrigiert werden.“

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