DGB-Chef Hoffmann für Teilrente ab 60 Jahren

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Berlin – DGB-Chef Reiner Hoffmann hat sich für eine Teilrente ab 60 Jahren ausgesprochen und bessere Möglichkeiten gefordert, vor dem gesetzlichen Rentenalter teilweise aus dem Beruf auszusteigen. „Wir wollen gleitende Übergänge in die Rente tarifpolitisch gestalten“, sagte Hoffmann im Interview des Nachrichtenmagazins „Focus“. „Dafür braucht es bessere gesetzliche Rahmenbedingungen – zum Beispiel einen besseren Teilzeitanspruch, Altersteilzeit oder attraktivere Hinzuverdienstgrenzen bei der Teilrente, die schon ab 60 Jahren beginnen sollte.“

Der Eindruck, die Gewerkschaften plädierten nun für einen Rentenzugang mit 60 Jahren, sei „Unsinn“. Es sei auch das Ziel des DGB, dass Arbeitnehmer „die Chance bekommen, gesund länger zu arbeiten“. Die Beschäftigungsquote nehme ab 60 Jahren rapide ab; von den 63-Jährigen habe nur noch jeder fünfte einen regulären Job. Hoffmann forderte die Unternehmen auf, in Qualifizierung zu investieren, die Arbeitsplätze altersgerecht zu gestalten und die hohen Belastungen für die Beschäftigten senken: „Mit mehr Kreativität und Flexibilität bleiben die Beschäftigten nicht vorzeitig auf der Strecke“, so der DGB-Chef. Hoffmann forderte auch eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf: „Ich spreche lieber von Vereinbarkeit von Arbeit und Leben. Man muss aus dem Job aussteigen können für eine gewisse Zeit – um sich weiterzubilden oder gemeinnützig arbeiten zu können.“ Der bereits von der IG Metall, aber auch von Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) geforderten „Familienzeit“ räumte Hoffmann gute Chancen ein: „Das wird kommen. Viele Männer sind überarbeitet und viele Frauen können und wollen mehr arbeiten.“ Auch hier müssten die Arbeitgeber „beweglicher werden“.

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