DGB-Bezirks-Chefin: Gewerkschaften könnten an Akzeptanz verlieren

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Frankfurt am Main – Angesichts der wiederholten Streiks bei Bahn und Lufthansa durch kleine, aber machtvolle Spartengewerkschaften fürchtet Gabriele Kailing, Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) für den Bezirk Hessen-Thüringen, einen grundsätzlichen Schaden für die Gewerkschaften: „Die Gefahr ist groß, dass die Gewerkschaften und ihre Grundidee an Akzeptanz in der Bevölkerung verlieren“, sagte Kailing in der hr-iNFO-Sendung „Das Interview“ am Freitag. Dass die derzeit im Mittelpunkt stehenden Gewerkschaften GDL (Gewerkschaft der Lokführer) oder die Pilotenvereinigung Cockpit bei der Lufthansa keine Mitglieder des DGB seien und ihre Interessen ohne Absprachen mit anderen Gewerkschaften vertreten, wüssten die Wenigsten. Kailing sieht deshalb für die Gewerkschaften insgesamt ein Risiko.

Grundsätzlich habe die Bevölkerung viel Verständnis für Arbeitnehmerinteressen und auch für Streikaktionen. „Aber diese Zustimmung kippt dann, wenn man dem Bahnfahrer zu viel zumutet“, nennt Kailing beispielhaft die Streiks bei der Bahn. Pläne der Bundesregierung, die Zahl der Streiks insbesondere im Verkehrsbereich zu reduzieren, bewertet Kailing allerdings zurückhaltend. Eingriffe in das Streikrecht lehnt die DGB-Vorsitzende ab und sieht darin eine „große Gefahr“. Sie betonte: „Das wollen wir auf keinen Fall als DGB-Gewerkschaften. Das Arbeitskampfrecht ist für uns ein ganz hohes Gut, das darf aus unserer Sicht in keinster Weise beschnitten werden.“

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