Deutsche ISIS-Kämpfer in Nahost meist jünger als 30 Jahre

Berlin – Die meisten Muslime aus Deutschland, die für die Terrormiliz ISIS in Syrien und im Irak kämpfen, sind jünger als 30 Jahre alt. Das meldet „Bild“ (Dienstag) unter Berufung auf Unterlagen deutscher Sicherheitsbehörden. Darin sind die Daten von 380 Dschihadisten ausgewertet, die nach Syrien und Irak ausgereist sind, um für ISIS zu kämpfen.

Demnach sind die ISIS-Kämpfer aus Deutschland zwischen 15 und 63 Jahre alt. Die mit Abstand größte Gruppe macht dabei die Gruppe der 15- bis 30-Jährigen aus. Ihr Anteil beträgt 65 Prozent. 89 Prozent der Dschihadisten sind Männer, elf Prozent sind Frauen. Rund 60 Prozent der Dschihadisten sind deutsche Staatsbürger oder haben zwei Pässe. Wie „Bild“ weiter schreibt, sind wurden knapp zwei Drittel der Kämpfer (61 Prozent) in Deutschland geboren. Die anderen haben mehrere Jahre in Deutschland gelebt. Nur knapp jeder Vierte (116 Kämpfer) hat einen Schulabschluss, darunter 41 Abitur und 31 einen Realschulabschluss. Wie aus den Unterlagen weiter hervorgeht, haben 23 Ausgereiste eine Ausbildung und acht ein Studium abgeschlossen. Zwölf Prozent der Dschihadisten waren im Niedriglohn-Sektor tätig und 21 Prozent von ihnen kassierten Hartz IV. Vor ihrer Ausreise waren 117 „Heilige Krieger“ als Tatverdächtige bei Gewalt-, Eigentums- und Gewaltdelikten bei der Polizei registriert Der CSU-Innenexperte Stephan Mayer zeigte sich besorgt und sagte gegenüber „Bild“: „Die Terror-Gefahr in Deutschland war seit der RAF-Zeit nie größer als jetzt.“

Über dts Nachrichtenagentur

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