Demenz – das Damoklesschwert der Gesellschaft

Volkskrankheit Demenz – Ursache Volkskrankheit Diabetes? Geriater und Ärztlicher Leiter der Ambulanten Geriatrischen Rehabilitation Ottobeuren Steffen Breitweg sprach über mögliche Zusammenhänge der beiden Volkskrankheiten

BreitwegSind Patienten die unter Diabetes leiden auch besonders dafür prädestiniert eine Demenz zu entwickeln?

Geriater und Ärztlicher Leiter der Ambulanten Geriatrischen Rehabilitation Ottobeuren Steffen Breitweg stellte mögliche Zusammenhänge her.

Diabetes ist ein Massenleiden. In Deutschland zählt man 6 Millionen Diabetiker. 1,6 Millionen davon müssen regelmäßig Insulin spritzen.

Die Demenz zählt mit 1,5 Millionen Erkrankten deutschlandweit ebenfalls zu den Volkskrankheiten. Ähnlich wie der Diabetes ist sie vor allem eine Erkrankung die vermehrt im Alter auftritt. Im Alter zwischen 70 und 79 Jahren tritt Demenz bei jedem 10. auf. Bis 90 Jahre liegt die Wahrscheinlichkeit an Demenz zu erkranken schon bei 20 %, darüber steigt sie auf 40 %.

Demenz tritt in verschiedenen Formen auf. Die Häufigste Form ist der Alzheimer Typ. Diese Form macht 60 % aller Demenzen aus.

Bei einer Demenz verliert der Betroffene die geistige Kontrolle über sein Leben. Tatsächlich verändert sich in der Folge der Demenz das Gehirn. Es verkleinert sich und rundliche und spiralförmige Eiweißkörper sammeln sich im Gehirn.

Lässt sich einer Demenz vorbeugen?

Hier gilt das Sprichwort „wer rastet, der rostet“. Das Gehirn braucht viel Training. Gehirnjogging wird empfohlen. Denn je höher das intellektuelle Niveau des Betroffenen vor Krankheitsbeginn war, desto länger dauert es, bis sich die Demenz voll ausbildet. Aber auch eine gute körperliche Fitness hilft die Entwicklung der Demenz zu verlangsamen.

Die zweithäufigste Form der Demenz ist die Vaskuläre Demenz. Sie ist die Arteriosklerose des Gehirns. Sie entsteht durch Ablagerungen in den Halsschlagadern und findet meistens ihren Akut- und Endpunkt im Schlaganfall.

Die Ablagerungen stellen oft eine Folge von Diabetes dar. Ein Diabetes sollte daher immer gut medikamentös eingestellt werden um die Gefäße „sauber zu halten“.

Hier ist die konsequente Zusammenarbeit zwischen Patient, Hausarzt, Fachärzten und Apothekern entscheidend, um eine gute Behandlung und medikamentöse Einstellung gewährleisten zu können, sensibilisierte Steffen Breitweg.

Durch die weitere demografische Entwicklung in Deutschland hin zu mehr älteren Menschen, wird auch die Demenz weiter fortschreiten. Medikamentös ist sie um ungefähr 2 Jahre aufzuhalten – ein Heilmittel oder eine Impfung gibt es trotz intensiver Forschung bisher jedoch nicht.

Diabetespatienten haben ein erhöhtes Risiko an Demenz zu erkranken, schloss Steffen Breitweg. Denn neben dem Risiko an Alzheimer zu erkranken, steigt bei Diabetespatienten das Risiko einer Vaskulären Demenz durch die Ablagerungen in den Gefäßen. Eine Gefäßprotektion zur Vorbeugung der Arteriosklerose und damit eine gute Zuckereinstellung sollten daher sorgfältig betrieben werden.