Degeto-Chefin Strobl sieht "keine Alternative" zum Qualitätskurs

Fernsehzuschauer mit einer Fernbedienung, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Fernsehzuschauer mit einer Fernbedienung, über dts Nachrichtenagentur

Frankfurt/Main – Trotz gelegentlicher Quoten-Einbrüche am Freitagabend im Ersten hält Degeto-Chefin Christine Strobl an ihrem Kurs für diesen Sendeplatz fest: Zur Qualitätsverbesserung gebe es für sie „keine Alternative“, sagte Strobl dem Nachrichtenmagazin „Focus“. Das von der ARD-Tochter früher für den Freitagabend gelieferte Programm hatte der Degeto den Spottnamen „Süßstoff-Fabrik“ eingebracht, aber mit Produktionen wie „Das Traumhotel“ auch bis zu 7,7 Millionen Zuschauer. Strobl hatte nach ihrem Amtsantritt Mitte 2012 den Beweis versprochen, dass man am Freitag „leicht unterhalten kann, ohne seicht zu sein“.

Filme wie „Mein Sohn Helen“ mit Heino Ferch und Jannik Schümann gelten als Beleg dafür, allerdings sahen das Drama über den 17-Jährigen, der vom Schüleraustausch in den USA als Mädchen zurückkehrt, nur 3,42 Millionen Zuschauer. Für Strobl ist das kein Problem. Sie habe „erwartet, dass wir bei den grund­legenden Veränderungen am Freitag eine Weile brauchen würden, das Publikum auf unserem Weg mitzunehmen“, sagte sie dem „Focus“. Die Akzeptanz sei außerdem „gar nicht so schlecht“. „Wenn wir mit einem Transgender-Thema zwölf Prozent Marktanteil erreichen, bin ich nicht unzufrieden.“ Sehr zufrieden sei sie mit dem Marktanteil in der Gruppe der 14- bis 49-Jährigen. „Mein Sohn Helen“ erreichte 9,4 Prozent, „Der Kotzbrocken“ mit Roeland Wiesnekker als verbittert-aggressivem Rollstuhlfahrer sogar 12,4 Prozent der Jüngeren. Bei denen komme das Erste jetzt im Durchschnitt auf 7,5 Prozent – „auch dank des Freitagsangebotes“, so Strobl weiter. Druck von Seiten der Programmdirektion oder einzelner Sender könne sie nicht erkennen, bekräftigte Strobl, „dass da Dinge hinterfragt und gemeinsam analysiert werden, halte ich für normal“. Ende des Jahres werde man Bilanz ziehen und diskutieren, „wo wir eventuell nachjustieren müssen, weil wir den Publikumsgeschmack vielleicht noch nicht ganz so treffen“.

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