Das Geschäft mit dem Presseausweis – Bundeseinheitlicher Presseausweis 2018

Foto: presserat e.v.

Foto: presserat e.v.

Das Internet hat es möglich gemacht, leicht an einen Presseausweis zu gelangen. Für nur wenige Euro konnte man ihn,den Presseausweis, im Netz bestellen und schon war man Journalist, Fotograf, Blogger etc.

Das kleine Kärtchen öffnete so manche Türe – kostenloser Eintritt in Ausstellungen, Veranstaltungen, Messen, Konzerte etc. Auch beim Kauf von Foto- und Videoausrüstung oder bei der Anmietung von Leihfahrzeugen erhält man als Journalist interessante Rabatte. Natürlich mussten auch die Behörden Rede und Antwort stehen, wenn eine Anfrage eines Kärtcheninhabers kam.

Aber der Presseausweis soll auch dokumentieren, dass man im Auftrag der Öffentlichkeit unterwegs ist, z.B. bei Polizeieinsätzen, Bränden oder Verkehrsunfällen oder auch auf anderen Gebieten.

Nun ändert sich da etwas zum 01.01.2018 – der bundeseinheitliche Presseausweis wurde wiederbelebt. Die Ausgabe ist an Voraussetzungen gebunden und er wird nur von bestimmten Verbänden ausgegeben, u.a. der DJV, mit seinen Landesgeschäftsstellen. Der DJV ist in Zukunft eine der Organisationen, die das beliebte Plastikkärtchen ausstellen darf, hier die anderen:

•    Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV)
•    Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union in Ver.di (dju)
•    Deutscher Journalisten-Verband (DJV)
•    Freelens
•    Verband Deutscher Sportjournalisten (VDS)
•    Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ)

 

Aber wer bekommt denn nun diesen neuen Presseausweis? Journalisten, Fotografen und Kameraleute, die ihren Lebensunterhalt mit journalistischer Arbeit verdienen.

Auszug aus der „Vereinbarung zwischen dem Vorsitz der Ständigen Konferenz der Innenminister und -senatoren der Länder und dem Trägerverein des Deutschen Presserats e.V. (Vertragsparteien) über die Wiedereinführung eines bundeseinheitlichen Presseuasweises

§ 9 – Voraussetzungen für die Ausstellung

  1. Die Verbände legen an die Ausgabe von Presseausweisen einen strengen Maßstab an. Die Ausweise werden nur an hauptberufliche Journalistinnen/Journalisten ausgegeben, die eine verantwortliche, im öffentlichen Interesse liegende journalistische Tätigkeit ausüben. An Personen, die diese Tätigkeit nur gelegentlich ausüben, wir ein Presseausweis nicht erteilt. Hauptberuflich tätig sind nur solche Journalistinnen/Journalisten, die ihren Lebenunterhalt überwiegend aus hauptberuflicher journalistischer Tätigkeit erzielen.

  2. Presseausweise …

(hier der Link zum entsprechenden Vertragswerk als pdf)

Von Vorteil ist es, wenn man schon Mitglied in einem der Verbände ist, die zukünftig den bundeseinheitlichen Presseausweis herausgeben, denn dann erhält man ihn automatisch. Alle anderen müssen ihn beantragen und entsprechende Gehaltsnachweise und Bestätigungen einreichen und dann wird entschieden, ob man ihn bekommt oder nicht. Bei den Mitgliedern der Verbände wird auf diese Prüfung verzichtet – hier setzt man die hauptberufliche Tätigkeit voraus. Eine gesonderte Überprüfung wird für die Mitglieder nicht stattfinden – warum nicht, sie sind ja schon Mitglieder im Verband und zahlen ihren Mitgliedsbeitrag und auf diese Mitgliedbeiträge sind natürlich die Verbände angewiesen. Die würde man ja dann vielleicht verlieren, wenn man ihnen bei der Prüfung die Ausgabe des Plastikkärtchen verweigern würde, bzw. müssten ihre Mitgliedschaft beenden, da es mit den Statuten der Verbände nicht vereinbar ist.

Es ist sehr zu bedauern, dass nicht generell nun der Termin der Neueinführung des bundeseinheitlichen Presseausweises dazu genutzt wird, um zu prüfen, ob oder ob nicht der Antragsteller überhaupt berechtigt ist, den Neuen zu erhalten.

Mit Sicherheit wird der Presseausweis in Zukunft wieder mehr aufgewertet werden, weil ihn halt nicht jeder so einfach bekommt. Aber es wäre schön gewesen, wenn die Verbände hier eine saubere Linie eingeschlagen hätten, in Bezug auf die Ausstellung bei den zahlenden Mitgliedern.