Dalai Lama: "In Europa würde ich die Grünen wählen"

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Dharamsala – Angesichts der aktuellen Umweltkrisen in der Welt hat der Dalai Lama als Beispiel für ein weltweites Miteinander die Umweltpolitik genannt – und sich für die Grünen in Europa ausgesprochen. „Im letzten Jahrhundert haben wir große materielle Fortschritte erzielt. Das war insgesamt gut. Aber diese Fortschritte sind es auch, die zur aktuellen Umweltzerstörung geführt haben“, sagte das geistliche Oberhaupt der Tibeter in einem Interview mit dem Magazin „Reader’s Digest“.

Im 21. Jahrhundert müsse man deshalb „auf allen Ebenen mehr innere Werte lernen, pflegen und anwenden“, so der Religionsführer. „In Europa würde ich die Grünen wählen, weil die Umweltproblematik unsere Überlebensfrage ist.“ Bezug nehmend auf die gegenwärtigen Kriege forderte der Dalai Lama die Gläubigen religionsübergreifend zum Einlenken auf. „Ethik ist wichtiger als Religion“, so der Buddhist. „Wir kommen nicht als Mitglieder einer bestimmten Religion auf die Welt. Aber Ethik ist uns angeboren.“ Es sei mehr denn je notwendig, Tugenden wie Liebe, Güte und Zuneigung zu pflegen, und zwar unabhängig von der Religionszugehörigkeit des Einzelnen. „Nach meiner Überzeugung können Menschen zwar ohne Religion auskommen, aber nicht ohne innere Werte, nicht ohne Ethik.“ Der Mönch Tenzin Gyatso ist der 14. Dalai Lama. Er lebt seit 1959 im indischen Exil und wird am 6. Juli dieses Jahres 80 Jahre alt.

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