Dänemarks Außenminister lehnt Aufbau einer europäischen Armee ab

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Foto: EU-Fahnen, über dts Nachrichtenagentur

Berlin – Dänemarks Außenminister Martin Lidegaard spricht sich gegen eine europäische Armee aus. „Die Stärke der EU in der Sicherheitspolitik ist nicht in erster Linie eine militärische“, sagte Lidegaard im Interview mit der „Welt“. „Dänemark beteiligt sich nicht an der gemeinsamen Europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik.“

Der Präsident der Europäischen Kommission, Jean-Claude Juncker, hatte zuvor den Vorschlag eingebracht, eine gemeinsame europäische Armee aufzubauen. Der Politiker der sozialliberalen Partei Det Radikale Venstre sagte weiter, die stärksten Waffen der EU seien die Wirtschaft, die Gesellschaft sowie die Attraktivität für die Nachbarländer, die einen Zugang zu den europäischen Märkten anstreben. „Wir sollten überlegen, wie wir das besser als in den letzten Jahren nutzen können.“ Der Minister, der seit Februar 2014 im Amt ist, unterstützt eine möglichst schnelle Unabhängigkeit der Europäischen Union von Energielieferungen. Das sei einer der wichtigsten sicherheitspolitischen Schritte der EU. „Wir finanzieren ironischerweise indirekt Konflikte weltweit durch unsere Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen, Kohle, Gas und Öl.“ In den nächsten 20 bis 30 Jahren wäre für ihn eine solche Unabhängigkeit wünschenswert. „Das würde eher einen Unterschied machen als eine gemeinsame Armee.“

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