Crystal-Meth-Ermittlungen führen zu internationalem Drogenring

Drogenkonsum, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Drogenkonsum, über dts Nachrichtenagentur

Leipzig – Der spektakuläre Fund von 2,9 Tonnen des Crystal-Meth-Grundstoffs Chlorephedrin in Leipzig hat die Ermittler auf die Spur eines internationalen Drogenrings geführt. Laut Bundeskriminalamt (BKA) gibt es Hinweise auf armenische Kriminelle und deren aserbaidschanische Helfer, berichtet der „Spiegel“. Zu dem Rauschgiftnetzwerk zählen die Ermittler auch einen in Prag lebenden Türken, der mit einem Fund von 180 Kilogramm Heroin im Februar in Verbindung gebracht wird.

Die Leipziger Polizei stieß bei Geldwäsche-Ermittlungen auf die Chemikalie, die zur Herstellung von bis zu 2,3 Tonnen Crystal Meth im Wert von etwa 180 Millionen Euro geeignet gewesen wäre. Bei Nachforschungen stellte sich heraus, dass im Juli 2013 ein Leipziger Pharmahändler 4,4 Tonnen Chlorephedrin über ein Schweizer Chemieunternehmen gekauft hatte. Der 1,3 Millionen Euro teure Grundstoff fällt nicht unter das deutsche Betäubungsmittelgesetz und auch nicht unter das Grundstoffüberwachungsgesetz, obwohl er sich aus Sicht der Polizei nahezu ausschließlich zur Herstellung von Crystal eignet. Dem Zoll hatte der Mann im Frühjahr 2014 versichert, er habe die Chemikalie in einer Müllverbrennungsanlage entsorgt. Tatsächlich, so glauben die Ermittler, wanderten stattdessen vier Tonnen gewöhnliches Streusalz in den Ofen. Von Leipzig aus ging die Chemikalie dann in kleineren Mengen unter anderem ins tschechische Karlsbad, wo es zu Crystal Meth verkocht worden sein soll. Die Betreiber dieser Drogenküchen stammen laut Polizeiberichten vermutlich aus Vietnam.

Über dts Nachrichtenagentur

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