Circus Corty Althoff präsentiert die 18-jährige Sharon Berousek – sie jongliert seit dem achten Lebensjahr

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„Zirkus ist für mich wie Ferien „, sagt die 18-jährige Sharon Berousek. Seit ihrem achten Lebensjahr jongliert die Tschechin.

Schwarzes langes Haar, grün-blau gesprenkelte Augen, makellose Haut und ein Lächeln wie das eines Stars: Sharon Berousek gehört auf die Bühne. Das sieht jeder, ohne zu wissen, dass sie beim Zirkus auftritt. Die 18-jährige Jongleurin hat jene Art von Ausstrahlung, für die Frauen töten und Männer sich beim Umdrehen das Genick brechen würden. Und doch wirkt sie wie ein ganz normaler Teenager, wenn sie in ihrer unschuldig-kindlichen Art die Hand zur Begrüßung hinstreckt.

Draußen vor ihrem Wohnwagen steht ein kleiner Plastiktisch mit drei Stühlen. Es weht ein schwacher Wind und Sharon, die schon ihr offenherziges Glitzerkostüm trägt, streift sich eine Jacke über und beginnt zu erzählen. „Ich stamme aus einer Familie, die schon 255 Jahre beim Zirkus ist. Ich bin also in diese Welt hineingeboren“, sagt Sharon in nahezu perfektem Deutsch. In Prag geboren, ist die zierliche Artistin bereits mit acht Jahren zum ersten Mal auf der Zirkusbühne gestanden. Ihr Vater, von dem sie regelrecht schwärmt und der – neben Elvis Presley – ihr großes Vorbild ist, war stets ihr Mentor. Alles, was die 18-Jährige über das Jonglieren gelernt hat, weiß sie von ihm. „Er ist der schnellste Jongleur der Welt und war schon im ‚Guinness-Buch der Rekorde'“, erzählt sie voller Stolz. Auch Sharons Mutter ist eine Akrobatin, tritt jedoch schon lange nicht mehr auf, weil sie neben Sharon noch vier weitere Kinder hat.

Ein Auftritt im Moulin Rouge war immer der Traum von Sharons Vater

Ihre Familie, die zurzeit in Leipzig ist, weil Papa Berousek dort ein Engagement beim Zirkus im Krystallpalast hat, sieht Sharon erst wieder im Juni. Dann wird die Saison bei Corty Althoff für eine Sommerpause unterbrochen. Heimweh kommt dennoch keines auf, da sie erstens mit Eltern und Geschwistern über Facebook und Skype kommuniziert. Zweitens gehören ihre Tante, ihr Onkel und ihre Cousine ebenfalls zum Zirkusensemble von Corty Althoff.

Es fängt an, ganz leicht zu regnen. Sharon fröstelt trotz Fleecejacke ein wenig. Bevor sie ihr Können mit den Keulen vorführt, gewährt sie einen Blick in ihren Wohnwagen. Dort erwartet einen eine spartanische Einrichtung: Fernseher, Bett, Tisch, Sitzbank, Campingherd. Über dem TV-Flachbildschirm hängt ein Bild ihres Idols Elvis Presley. Bettwäsche und Tischdecke sind in mädchenhaftem Lila gehalten. Sharon, die eine der wenigen weiblichen Jongleure weltweit ist, holt drei Keulen und tritt wieder aus ihrer provisorischen Behausung nach draußen.

Zwei Stunden täglich übt die 18-Jährige. Sie räumt selbst ein: „Perfekt kann ich es noch nicht, aber ich werde immer besser.“ Die Choreografie ist bei ihren Auftritten fast immer dieselbe. „Ein Tänzer im Moulin Rouge in Paris hat sie mir vor ein paar Jahren beigebracht“, erzählt die Tschechin und streicht sich eine Haarsträhne hinters Ohr. An diese Zeit in Paris erinnert sie sich gern zurück. Damals – da war sie 14 – trat sie im Weihnachtsprogramm auf. „Das war immer der Traum meines Vaters.“ Und Sharon durfte ihn leben. Es sei eine unfassbare Ehre für sie gewesen, auf derselben Bühne zu stehen wie Elvis Presley, Edith Piaf und Marilyn Monroe.

Nicht nur ein Jonglier-Ass, sondern auch ein Sprachentalent

Und was wäre Sharon geworden, wenn sie nicht in eine Familie voller Zirkusartisten hineingeboren worden wäre? „Hairdresser“, kommt es wie aus der Pistole geschossen – Friseurin. Nicht immer fällt der 18-Jährigen sofort der passende Begriff auf Deutsch ein. Bei acht Sprachen verzeiht man ihr das aber gern. „Ich spreche Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Polnisch, Slowenisch und Tschechisch“, sagt Sharon, und es klingt überhaupt nicht arrogant. Man hat eher das Gefühl, dass sie sich geniert, als sie mit ihrer Aufzählung fertig ist. Prahlen ist nicht ihr Ding. Das hat sie auch gar nicht nötig.

Der Regen hat nachgelassen, ein Blick auf die Uhr zeigt, dass Sharon noch knapp anderthalb Stunden Zeit vor ihrem Auftritt hat. Sie wirft das pechschwarze Haar mit den vereinzelten lila Strähnen in den Nacken, setzt ihr Hollywood-Lächeln auf und winkt zum Abschied. Back to business – zurück zur Tagesordnung. Zur hermetischen Glitzerwelt des Zirkus.

 

Im Circus Corty Althoff, können die Besucher jetzt, die junge Jongleurin live erleben. Noch bis 01. Juni 2014 ist der Circus auf großer Allgäu-Tournee und präsentiert sein internationales Spitzenprogramm. Vorstellungen sind täglich um 16 und 19 Uhr, jeweils am letzten Spieltag (sonntags) um 11 + 15 Uhr. Stationen sind Ravensburg (15. – 18.05.), Kempten (22. – 25.05.) und Memmingen (29.05. – 01.06.). Tickets gibt es bei allen bekannten Vorverkaufsstellen sowie an den Spieltagen täglich von 10 bis 19 Uhr an den Circuskassen.

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