Chodorkowski wirft Westen schwere Fehler in Russland-Politik vor

Michail Borissowitsch Chodorkowski am 22.12.2013 in Berlin, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Michail Borissowitsch Chodorkowski am 22.12.2013 in Berlin, über dts Nachrichtenagentur

Berlin – Der ehemalige Finanz- und Rohstoffmagnat Michail Chodorkowski hat dem Westen schwere Fehler in seiner Russland-Politik vorgeworfen. „Der Westen hat mit seiner sogenannten Realpolitik bei Putin die Überzeugung genährt, dass er und seine Umgebung alles dürfen. Die Botschaft war: Lasst uns gute Geschäfte machen, ansonsten ist alles erlaubt“, sagte Chodorkowski, Ex-Konzernchef der Ölfirma Jukos, dem Nachrichten-Magazin „Der Spiegel“ vor seinem Berlin-Besuch, bei dem er den Neustart seiner „Open Russia“-Initiative vorstellen wird.

Chodorkowski warnte zudem vor den Folgen eines Auseinanderfallens Russlands. „Das wird nicht so friedlich geschehen, wie es nach dem Ende des Kalten Krieges bei der Trennung Tschechiens und der Slowakei der Fall war.“ Je länger Putin an der Macht bleibe, desto wahrscheinlicher werde ein großes Blutvergießen. Mit Putin teile er allerdings die Überzeugung, „dass Russland ein starkes Land sein muss. Für Putin wie für mich hat die territoriale Integrität Russlands höchste Priorität“, sagte Chodorkowski. „Putin ist mein politischer Gegner, aber ich hasse ihn nicht.“

Über dts Nachrichtenagentur

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