Chemie-Nobelpreisträger Crutzen gegen Fracking

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Foto: Fracking, über dts Nachrichtenagentur

Amsterdam – Der Mainzer Chemie-Nobelpreisträger Paul Crutzen hat sich gegen das Fracking zur Erdgas- und Erdölgewinnung ausgesprochen. „Das ist wieder so eine Sache, bei der der Mensch das tut, was er nicht tun sollte“, sagte Crutzen in einem Interview mit der „Frankfurter Rundschau“ (Donnerstagsausgabe). Die Nutzung dieser Technologie, die vorher nicht zugängliche Erdgas- und Erdölvorkommen in Schiefergestein förderbar macht, verstärke „längerfristig die Probleme“ beim Klimaschutz.

Ähnliches gelte für die CCS-Technik, bei der das Treibhausgas CO2 aus dem Abgas von Kohlekraftwerken abgetrennt wird, um es dann in die Erde zu verpressen. „Und wenn dann auch noch der Ölpreis sinkt, sind alle erst einmal beruhigt“, meint Crutzen. Das sei „unverbesserlich und falsch“. Crutzen hat 1995 den Nobelpreis für seine Forschungen zum Abbau der Ozonschicht in der Stratosphäre erhalten. Die Erkenntnisse führten dazu, dass später im Montrealer Protokoll ozonzerstörende Chemikalien wie FCKW und Halonen verboten wurden. Es sei wichtig gewesen, den Ozonabbau zu stoppen, sagte der Forscher. „Aber im Vergleich zum Klimawandel ist das ein `einfaches Thema`. Am Klimawandel sind alle beteiligt und der Widerstand ist viel größer.“ Es müssen deswegen Strategien gefunden werden, „in denen der Klimaschutz und Innovationen Hand in Hand gehen“. Crutzen war bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2000 Direktor am Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz.

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