CDU-Vereinigungen wollen Klarstellungen von Merkel-Nachfolgern

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Die Vorsitzenden von mehreren Vereinigungen der CDU fordern klare inhaltliche Positionierungen der Kandidaten, die sich um das Amt als Parteivorsitzende bewerben. „Wir wollen Inhalte mit den Personen verbinden“, sagte Karl-Josef Laumann, Vorsitzender der Arbeitnehmerschaft in der CDU (CDA), dem „Handelsblatt“ (Donnerstagsausgabe). „Daher wollen wir wissen, wohin die Kandidaten mit der CDU wollen, wohin mit Deutschland und wie sie den gesellschaftlichen Zusammenhalt gewährleisten wollen“, so Laumann weiter.

Um dies durchzusetzen, werden sich die Vorsitzenden der Vereinigungen am kommenden Sonntag auf Initiative von CDA-Chef Laumann vor der Klausurtagung des Bundesvorstands in Berlin beraten. Sie wollen ein Verfahren festlegen, wie sich die Kandidaten für das Amt des Parteivorsitzenden bewerben sollen, berichtet das „Handelsblatt“ unter Berufung auf CDA-Kreise. Die Chefs der Jungen Union, der Mittelstands- und der Kommunalpolitischen Vereinigung, sowie der Frauen- und Senioren-Union wollen die Kandidaten einladen, etwa zur Bundesdelegiertenversammlung der Kommunalpolitischen Vereinigung in Koblenz. „Wir wollen wissen, wer ein kommunalpolitisches Herz hat und wer nicht“, sagte der KPV-Vorsitzende Christian Haase dem „Handelsblatt“. Die Mittelstandsvereinigung lädt die Kandidaten in ihre Vorstandssitzung am 19. November ein. Darüber hinaus soll es aber auch noch Regionalkonferenzen geben. In den vergangenen Jahren hatten die Vereinigungen wenig Einfluss auf die inhaltliche Ausrichtung der Partei nehmen können und mussten daher immer wieder Initiativen auf Parteitagen gegen den Willen der Parteiführung durchsetzen. Dazu gehörte der Mindestlohn oder der Abbau der Kalten Progression. Daher sollen die Kandidaten bei ihren Vorstellungsrunden auch erklären, wie sie sich künftig die Parteiarbeit vorstellen. „Wir wollen wissen, welche Rolle und welchen Stellenwert die Vereinigungen für die Ausrichtung der Partei wahrnehmen sollen“, so Laumann.

Karl-Josef Laumann, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Karl-Josef Laumann, über dts Nachrichtenagentur