CDU-Konservative fordern Kurswechsel im Umgang mit AfD

Berlin – Nach den deutlichen Erfolgen der Alternative für Deutschland (AfD) bei den jüngsten Landtagswahlen, verlangt der konservative Berliner Kreis in der Union einen Kurswechsel. Wie „Bild“ (Montag) unter Berufung auf ein dreiseitiges Manifest des Kreises meldet, ziehen die Mitglieder ein ernüchterndes Fazit der Unionspolitik der letzten Jahre. „Gerade im liberal-konservativen Bereich hat die Union in den letzten Jahren leider deutlich an Anziehungskraft verloren“, schreiben die Autoren, darunter CDU-Innenexperte Wolfgang Bosbach und Hessens früherer CDU-Fraktionschef Christean Wagner.

Die Strategie der Union, die AfD zu ignorieren, sei fehlgeschlagen, heißt es in dem Papier: „Über diese Wahlergebnisse können sich eigentlich nur diejenigen wundern, die lange Zeit ernsthaft bestritten haben, dass die Union im wertkonservativen bürgerlichen Milieu an Bindungskraft verliert.. Wenn vor dem Hintergrund dieser Wahlergebnisse festgestellt wird, dass „nur“ 23 Prozent der Wähler der AfD beim letzten Mal Union gewählt hätten, dann sollte das kein Grund zur Beruhigung sein. Eher zur Beunruhigung. Dies insbesondere deshalb, weil die Union bei der Wählerwanderung von allen Parteien am meisten Wählerinnen und Wähler an die AfD abgeben musste.“ Die Autoren fordern die Unionsspitze auf, programmatisch auf die konservativen Wähler der AfD zuzugehen: „Gerade in Zeiten einer Großen Koalition besteht – zumindest latent – die Gefahr, dass das Profil der Parteien leidet, und damit auch das Profil von CDU und CSU. Auch vor diesem Hintergrund darf die Union im Hinblick auf ihre ureigenen Kernthemen keinen politisch-programmatischen Raum für andere Parteien lassen. Wenn ihr das nicht gelingt, schwächt sie – sicherlich ungewollt – das bürgerliche Lager und trägt dazu bei, dass das Pendel nach rechts ausschlägt.“

Über dts Nachrichtenagentur

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