Bundesregierung plant keine weiteren bemannten Weltraumflüge

Berlin – Nach der Landung des deutschen Astronauten Alexander Gerst ist Kritik an der Raumfahrtstrategie der Bundesregierung laut geworden: Nach Informationen von „Bild“ plant die Bundesregierung um Kanzlerin Angela Merkel (CDU) im neuen Raumfahrtprogramm, das am vergangenen Freitag im Bundestag diskutiert wurde, keine weiteren Astronauten ins All zu schicken. Die zuständige Staatssekretärin im Bundeswirtschaftsministerium, Brigitte Zypries (SPD), habe sich bis zuletzt gegen eine entsprechende Passage in dem Konzept gewehrt, hieß es in Koalitionskreisen. Dagegen gibt es Widerstand aus der Union.

Wirtschaftspolitiker Christian von Stetten (CDU), Vize-Bürgermeister von Gersts Heimatort Künzelsau, sagte gegenüber der Zeitung: „Wir brauchen auch in Zukunft Menschen, die den Traum vom Weltall leben und die Faszination der Naturwissenschaften vermitteln.“ Rund eine Milliarde Euro gibt Deutschland pro Jahr für Raumfahrt aus. Die Ausbildung eines Astronauten kostet insgesamt rund 70 Millionen Euro. „Hier muss dringend nachgebessert werden“, so von Stetten. Käme es zu einer weiteren bemannten Mission, wäre Gerst der einzige für Raumflüge ausgebildete Deutsche, der in Frage käme.

Über dts Nachrichtenagentur

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