Bundesbildungsministerin ermahnt Trump

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) hat vor dem internationalen „March for Science“ am Samstag harte Kritik an US-Präsident Donald Trump geübt und den demonstrierenden Forschern ihre Unterstützung im Kampf für die Freiheit der Wissenschaft zugesagt. „Ich finde, auch US-Präsident Donald Trump hat die Verantwortung, sich mit den Kenntnissen der Klimaforschung auseinanderzusetzen“, sagte sie der „Berliner Zeitung“ (Samstagausgabe). „Nur weil wir eine Entwicklung nicht jeden Tag direkt sehen können, heißt es ja nicht, dass es sie nicht gibt“, fügte die Ministerin hinzu.

Am 14. April werden in vielen Städten weltweit Demonstrationen stattfinden, mit denen sich Wissenschaftler für die Freiheit von Forschung und Lehre einsetzen wollen. Die internationale Großdemonstration fand im vergangenen Jahr das erste Mal statt – auch aus Protest gegen wissenschaftsfeindliche Äußerungen von US-Präsident Bush, der die globale Erwärmung als Schwindel bezeichnet hatte. „Ich unterstütze es sehr, dass Wissenschaftler sich dafür einsetzen, die Freiheit der Forschung weltweit zu stärken und zu verteidigen“, sagte Karliczek der Zeitung mit Blick auf den diesjährigen „March for Science“ am Samstag. „Die Freiheit der Wissenschaft ist so wichtig wie selten zuvor“, befand die Ministerin. Dabei gehe es entscheidend darum, dass sich Wissenschaftler eigenständig ihre Themen aussuchen könnten. „Wir leben in einer komplexen, oft sehr unübersichtlichen Zeit, in der die Entwicklung so wenig vorgezeichnet ist wie nie“, sagte Karliczek. „Wir brauchen die besten Köpfe für die besten Lösungen.“ Der Staat müsse die Arbeit der Wissenschaftler ordentlich finanzieren, sollte sie aber niemals bevormunden, mahnte die CDU-Politikerin. „Das ist wichtig für unsere freiheitliche Gesellschaft. Es stärkt aber auch die wirtschaftliche Innovation, die im internationalen Wettbewerb überlebensnotwendig ist“, sagte Karliczek. „Ohne Innovationen aus der Forschung ist auch unser Wohlstand bedroht“, warnte die Ministerin.

Anja Karliczek, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Anja Karliczek, über dts Nachrichtenagentur