Bundesbank-Chef warnt vor Ankauf von ABS-Papieren

Frankfurt/Main – In der Europäischen Zentralbank bahnt sich ein Konflikt über den Ankauf von Kreditverbriefungen an. Bundesbank-Präsident Jens Weidmann warnte davor, dass die EZB die umstrittenen ABS-Papiere (Asset Backed Securities) in großem Stil kauft. ABS-Käufe wären „problematisch, wenn die Notenbanken damit größere Risiken übernähmen, die so im Ergebnis auf die Steuerzahler verlagert würden“, sagte Weidmann der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Mittwochsausgabe).

In sehr deutlichen Worten warnte er die EZB davor, den Banken faule Papiere abzunehmen. „Es kann nicht angehen, dass Gewinne aus Kreditgeschäften bei Banken verbleiben, die Verluste hingegen sozialisiert werden.“ Der Markt für ABS ist seit der Finanzkrise weitgehend ausgetrocknet, weil viele Anleger die Papiere zu undurchsichtig finden und meiden. In der EZB gibt es konkrete Überlegungen, den ABS-Markt durch den Ankauf von verbrieften Mittelstandskrediten wiederzubeleben. Kritiker wie der Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn sagen allerdings, dass die EZB damit zu einer „Bad Bank“ werde, die Banken ihre faulen Papiere abnehme. Eine andere Überlegung in der EZB zielt darauf, die Regulierung für ABS-Papiere zu lockern. Weidmann sagte der Zeitung, er unterstütze Bemühungen um eine „risikogerechte Regulierung“ der umstrittenen Wertpapiere.

Über dts Nachrichtenagentur

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