Brückenbauwerk Ungerhausen – Zugverkehr startet pünktlich – Gleise gelegt und gestopft

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Foto: Pöppel

Seit Donnerstagabend, 07.09.2017, war die Bahnstrecke München – Lindau, zwischen Ungerhausen und Memmingen, gesperrt. Der Grund, ein Mammut-Projekt – eine Stahlbetonbrücke (2.450 Tonnen), die neben den Gleisen fertiggestellt wurde, musste 26 Meter verschoben werden, denn sie soll zukünftig den Straßenverkehr unter den Bahnschienen entlang führen. Dazu mussten vom Gleisbau am Donnerstagabend ein Teil der Gleise abgetrennt und entfernt werden. Danach rückten die Bagger an und bewegten knapp 6.000 Qubikmeter Erdreich. Der Bahndamm musste abgetragen werden und der Platz für das Brückenbauwerk geschaffen werden. Freitagabend war es dann so weit, es kam zur Verschiebung der Stahlbetonbrücke (hier). Nachdem die Brücke dann am Samstagmorgen gegen 05.00 Uhr am Zielort stand. Kamen wieder die Bagger und verfüllten das Brückenbauwerk. Der Bahndamm wurde aufgeschüttet und das Gleisbett am Nachmittag bereitet.

Der Sonntag, 10.09.2017, gehörte dann den Gleisbauern. Gleisschwellen mussten ausgelegt, das Gleis eingemessen und Kabel in Schächte unter die Erde gelert werden. Um 19.00 Uhr kamen dann die großen Maschinen vom Gleisbau. Der Stampfer richtete die Schienen in Höhe und Breite aus. Durch das Aufrüttelndes Gleisbetts wurde dieses verdichtet, damit wenn die Züge darüber fahren die Schienen sich nicht verschieben können. Eine weitere Maschine kümmerte sich darum, dass der Schotter, der das Gleisbett bildet, ordentlich verteilt ist und überall genug Material liegt.

Dann musste der alte Schienenstrang mit dem neuen Gleis verschweißt werden. Ein aufwendiger Vorgang. Die Gleise müssen dazu erhitzt werden, damit die Ausdehnung des Materials auch passt. Dananch wird das Gleis geschraubt. Das Schweißen ist ein spezieller Vorgang im Schienenbau. Schamottformen werden um den Gleiskörper angebracht. Eine spezielle Halterung umschließt die Form am Gleis und es wird ein Aluminiumeiner mit einer Substanz auf die Form gestellt. Der Inhalt wird entzündet und der Verschweißvorgang beginnt. Das Granulat wird flüssig und läuft in dei Form ein. Innerhalb weniger Minuten ist der Vorgang beendet. Die Form wird entfernt und die Überstände abgeschliffen. So ging es insgesamt acht Mal in der Nacht.

Um 04.00 Uhr konnte die Bahnstrecke wieder freigegeben werden. Der erste Zug durfte um 04.50 Uhr über die neue Brücke fahren. In den kommenden Wochen sind nun die Tiefbauer gefragt, sie müssen nun die Straße zwischen der BAB A96, Ausfahrt Holzgünz und Ungerhausen, fertigstellen. Man muss den Verantwortlichen und den beteiligten Arbeitern für das Wochenende wirklich ein Lob aussprechen, der Zeitplan wurde auf die Minute eingehalten und jeder wusste wann was wer zu tun hat. Ein gelungenes Projekt aller Beteiligten.