Brand in der Innenstadt von Bad Waldsee

Lkrs. Ravebsburg/Bad Waldsee | 26.05.2012 | 12-1131

Samstag Morgen, 26.05.2012, gegen 5.20 Uhr, ereignete sich in der Innenstadt von Bad Waldsee, Lkrs. Ravensburg, ein Brand in einem Wohn- und Geschäftshaus.

26-05-2012 Grossbrand Bad-Waldsee new-facts-eu

Während einer Personenkontrolle bemerkten Polizeibeamte Brandgeruch und sahen aus dem Gebäude Rauch aufsteigen. Parallel dazu alarmierten Anwohner bereits über den Notruf 112 die Integrierte Leitstelle Oberschwaben.

(hu) – In einem ca. 250 Jahre alten 4-stöckigen Wohn- und Geschäftshaus  in der historischen Altstadt von Bad Waldsee brannten am frühen Samstag Morgen, 26.04.2012, die zwei oberer Geschosse. Eine Person wurde dabei leicht verletzt.

Um 5.17 Uhr erfolgte die Alarmierung der Feuerwehr Bad Waldsee – Abteilung Stadt – durch die Integrierte Leitstelle Oberschwaben. Eine Streife des Polizeiposten Bad Waldsee hatte die Rauchentwicklung entdeck und den Notruf abgesetzt. Zeitgleich gingen mehrere Anrufe von Nachbarn über die Notrufnummer 112 bei der Leitstelle ein.

Weithin sichtbarer aufsteigender Rauch wies den Einsatzkräften den Weg. Lage beim Eintreffen der Feuerwehr: Dachstuhlbrand,  offenes Feuer durch die Fenster der Dachgeschosswohnung sichtbar, Gefahr der Feuerausbreitung im Altstadtbereich, Personen waren keine mehr im Gebäude. Einsatzleiter Alois Burkhardt, Kommandant der Feuerwehr Bad Waldsee, ließ während der Anfahrt zur Unterstützung sofort die Drehleiter der Feuerwehr Bad Wurzach nachalarmieren sowie alle Abteilungen der Gesamtwehr (Gaisbeuren, Mittelurbach, Haisterkirch, Michelwinnaden und Reute), da eine Ausbreitung des Feuer auf unmittelbar angrenzende Gebäude in Gefahr stand. Durch die starke Verrauchung war eine gezielte Brandbekämpfung von mehreren Angrifftrupps nur unter schwerem Atemschutz möglich, zur Bereitstellung zusätzlicher Geräte wurde der Gerätewagen Atemschutz der Feuerwehr Weingarten angefordert. Riegelstellungen von vier Drehleitern, (Bad Waldsee, Bad Wurzach, Aulendorf und Weingarten) verhinderten ein überschlagen der Flammen auf die Nachbargebäude.

Im Verlauf der ersten Einsatzphase trat das ein was sich niemand in Ernstfall wünscht: Die Steuerung der fast 30 Jahre alten Drehleiter der Waldseer Feuerwehr „gab ihren Geist auf“, hier ist dringend Handlungsbedarf geboten! Als Ersatz wurde hierzu die Drehleiter von Altshausen nachgefordert.

Bürgermeister Roland Weinschenk machte sich ein Bild von der Einsatzstelle, Karl Kutter vom Amt für öffentliche Ordnung kümmerte sich um eine Ersatzunterkunft für die Bewohner des Gebäudes, die Geschädigten konnten bei Angehörigen unterkommen. Die Messgruppe des Gefahrgutzugs Ravensburg führte Schadstoffmessungem im Stadtgebiet durch. Die Bleichestrasse und der Bleiche Parkplatz mussten Zeitweise wegen der  starken Verrauchung gesperrt werden. Die vorsorglich eingeleiteten Messungen ergaben keine Werte, die zu einer Gefährdung fder Bevölkerung führen konnten. Zur Abarbeitung des Einsatzes wurden vier Einsatzabschnitte gebildet. Die Wasserversorgung erfolgte aus dem örtlichen Hydrantennetz und über lange Wegstrecke aus dem ca. 500 m entfernten Stadtsee. Zur Entrauchung des Gebäudes wurden Drucklüfter und zur Verringerung des Wasserschadens Wassersauger eingesetzt. Um 9.30 Uhr konnte „Feuer Schwarz“ gemeldet werden. Die Wärmebildkamera wurde zum Aufsuchen versteckter Brandnester eingesetzt. Die Nachlösch-, Aufräum- und Sicherungsarbeiten gingen noch bis ca. 17 Uhr. Insgesamt wurden 201 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst, THW und Polizei eingesetzt. Die Höhenrettungsgruppe aus Weingarten seilte sich zur Sicherung der in Mitleidenschaft gefallen Dachkonstruktion von den Drehleitern ab, denn das Betreten der Einsatzstelle war auf Grund der Einsturzgefahr der Geschossdecken und zum Schutz der Einsatzkräfte nicht möglich. Das THW der Ortsverbände Weingarten und Wangen stellte ein Einsatzgerüstsystem (EGS) in der Ravensburger Strasse auf, da ein Einsturz der Giebelwand nicht auszuschließen war.

Abschließend sagte Einsatzleiter Kommandant Alois Burkhardt: „Es war ein schwieriger Einsatz, angesichts der Bebauung der Altstadt. Die frühe Branderkennung, sowie die gute Zusammenarbeit aller beteiligten Einrichtungen, hat eine Schadensausbreitung verhindert.“

Brandursache und Schadenshöhe müssen die eingeleiteten Ermittlungen der Kriminalpolizei ergeben. Das Gebäude ist im Moment unbewohnbar.

Ebenfalls am Einsatz beteiligt: Stellvertretender Kreisbrandmeister Norbert Fesseler, Feuerwehr Bad Wurzach mit Drehleiter und Löschgruppenfahrzeug, Feuerwehr Weingarten mit Drehleiter und Gerätewagen Atemschutz sowie Höhenrettunggruppe, Feuerwehr Aulendorf mit Drehleiter, Feuerwehr Altshausen mit Drehleiter, Die Führungsgruppen von den Feuerwehren Bad Waldsee und Ravensburg zur Sicherstellung der Kommunikation, Koordination und Dokumentation des Einsatzverlaufs, Rettungsdienst des Deutschen Roten Kreuz aus Bad Waldsee und Bad Wurzach führten den Transport der verletzten Person zur Abklärung ins Krankenhaus Bad Waldsee durch, Schnelleinsatzgruppen (SEG) von Bad Waldsee, Aulendorf und Ravensburg waren ebenfalls vor Ort, sowie Notarzt und OrgL. Polizei Bad Waldsee, Weingarten, und Kriminalpolizei Ravensburg.

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