Biberach – Landkreis zeichnet 8 Gruppen und Personen für ihr ehrenamtliches Engagement aus

Biberach | 07.12.2011 | 11-1595

Zum neunten Mal hat der Landkreis Biberach den ehrenamtlichen Einsatz von Bürgerinnen und Bürgern mit einem Ehrenamtspreis gewürdigt. Insgesamt acht Gruppen und Einzelpersonen haben heute (5. Dezember) von Landrat Dr. Heiko Schmid eine Urkunde und einen Scheck über 1.000 Euro erhalten.

In seiner Ansprache würdigte der Landrat die vielen Menschen, die im Landkreis zupacken und somit eine tragende Säule des Gemeinwesens sind. Man wolle auch, so Landrat Dr. Schmid, mit dem Ehrenamtspreis die guten Beispiele hervorzuheben damit sich möglichst viele Menschen angespornt fühlen, diesen guten Beispielen auf ihre eigene Weise nachzueifern.

Aus insgesamt 40 Vorschlägen hat die Jury folgende acht Preisträger ausgewählt.

1: Helma Ehringer –     Ruppertshofen/Attenweiler
(Laudator: Bürgermeister und Kreisrat Günther Karremann)

Bereits seit 25 Jahren setzt sich Helma Ehringer vorbildlich und herausragend für die Senioren in Rupertshofen ein. Sie leistet damit einen wesentlichen Beitrag für die weitere Integration der Senioren in der Dorfgemeinschaft. Konkret organisiert Frau Ehringer jeden Monat einen Seniorennachmittag mit Vorträgen von Referenten, Gottesdiensten und geselligem Beisammensein. Frau Ehringer kümmert sich besonders auch um die kranken Senioren, nimmt sich Zeit für Gespräche und Besuche. In der Kirchengemeinde ist sie auch noch als Wortgottesdienstleiterin, Kommunionhelferin und Lektorin tätig. Seit einigen Jahren unterstützt Frau Ehringer auch jede Woche die Pflegestation des Kreiskrankenhauses Biberach.

2: Team der katholischen öffentlichen Bücherei St. Verena – Rot an der Rot
            (Laudatorin: Dekanatsreferentin Kerstin Held)

Die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der katholischen öffentlichen Bücherei St. Verena in Rot an der Rot sind schon seit über 25 Jahren aktiv. Die Bücherei ist von Montag bis Freitag täglich geöffnet und verzeichnet etwa 34.000 Ausleihungen im Jahr sowie etwa 3.000 eingetragene Leser. Das Team setzt sich besonders auch für Lesekultur und eine sinnvolle Mediennutzung in der Gemeinde ein und lässt sich dafür einiges einfallen, z. B. Begegnungen mit Kindergärten, der Bibliotheks-Führerschein für Schulanfänger, Vorlesestunden für Grundschüler, Führungen für Schulklassen, „Lust auf Lesen“ oder „Ein besonderer Film“ für Erwachsene, Autorenlesungen und Bilderausstellungen. So kommen leicht über 1.500 Stunden ehrenamtlich geleisteter Arbeit zusammen.

3: Netzwerk Mensch – Schemmerberg/Schemmerhofen
(Laudator: Bürgermeister und Kreisrat Elmar Braun)

Das Netzwerk Mensch vereint eine Gruppe sozial engagierter Menschen in Schemmerberg. Es werden Verbindungen zwischen „Hilfegebenden“ und „Hilfesuchenden“ hergestellt, um die Talente und Fähigkeiten des Einzelnen zur Förderung der Gemeinschaft einzusetzen. Die vermittelten Hilfsangebote umfassen etwa Besuchsdienste, Einkäufe, Fahrdienste, Begleitung bei Spazier- und Behördengängen, Hausaufgabenbetreuung, Lesepatenschaften, Nachhilfeunterricht, Kinderbetreuung sowie Hilfe bei Formularen und kleinen Reparaturen. Vierzehntätige Donnerstagstreffen wirken drohender Isolation entgegen. Zur Förderung der Bewegungsfähigkeit und Fitness gibt es die Mittwochtreffen für ältere Menschen. Insgesamt kommt das Netzwerk Mensch auf über 1.000 Stunden ehrenamtlicher Arbeit im Jahr, mit der ein Stück mehr Lebensfreude und Lebensqualität in der dörflichen Gemeinschaft geschaffen wird.

4: MitarbeiterInnen-Team der Kinderwoche Bad Schussenried – Bad Schussenried         (Laudator: Kreisrat Otto Minsch)

Die Kinderwoche Bad Schussenried ist nun schon seit 24 Jahren eine feste Institution. Im Kernteam engagieren sich jedes Jahr rund 20 Ehrenamtliche zum Wohl der Kinder. Das Projekt ist generationenübergreifend und lebt vom ökumenischen Miteinander. Beeindruckend ist das Einfühlungsvermögen, mit dem die Angebote für die Kinder erdacht und umgesetzt werden, die Geduld und Umsicht, mit der die Kinder in ihrer Verschiedenheit und wertschätzend angenommen werden sowie das Miteinander aller Beteiligten. Das Angebot wird jedes Jahr von 100 – 180 Kindern gerne angenommen. Die Kinderwoche ist ein Ort der Begegnung, an dem Kinder Gemeinschaft und Achtsamkeit leben und einüben und sie ist ein Ort der ganzheitlichen Bildung jenseits von Leistungsdruck und Konkurrenz. Sie ist ein Beitrag zur Freundschaftsbildung unter Kindern jenseits von Herkunft oder Status und trägt zur kreativen Bildung der Kinder und zur gegenseitigen Wertschätzung bei.

5: Vorstandschaft des Blasmusik-Kreisverbandes einschließlich ihrer Bläserjugend
(Laudator: Kreisrat Harald Lämmle)

Die Blasmusik hat im Landkreis Biberach einen ganz besonderen Stellenwert und das ist auch der Verdienst der Vorstandschaft des Blasmusik-Kreisverbandes Biberach einschließlich ihrer Bläserjugend. Zum Blasmusikkreisverband zählen derzeit 112 Mitgliedsvereine. Fast 10.000 aktive Musiker spielen in einem der Mitgliedsvereine ein Instrument. Die Blasmusik verbindet Jung und Alt und auch in sozialer Hinsicht ist sie äußerst wertvoll. Zu den  routinemäßigen Verwaltungs- und Führungsaufgaben kommen regelmäßige und sehr vielfältige Veranstaltungen und Fortbildungsmaßnahmen. Besonders genannt sei das jährliche Kreismusikfest mit regelmäßig über 40 teilnehmenden Blaskapellen und Spielmannszügen, aber auch der Kreisjugendmusiktag der Bläserjugend, welcher jährlich über 800 Jugendlichen die Möglichkeit eines Wertungsspiels vor einer Jury gibt. Auch dies ist neben den angebotenen Lehrgängen und Dirigentenfortbildungen ein wertvoller Beitrag zum beispielhaft hohen musikalischen Leistungsstand der Jugend- und Blaskappellen im Kreisverband Biberach.

6: Fanni Kramer und Bernhard Kramer – Füramoos/Eberhardzell
            (Laudator: Bürgermeister und Kreisrat Hans-Georg Maier)

Schon seit vielen Jahren setzen sich Fanni und Bernhard Kramer vielfältig und über die Maßen im Dienste am Nächsten ein. Fanni Kramer ist schon seit über 40 Jahren ehrenamtlich für das DRK aktiv, vor allem im Rahmen der Behindertenarbeit und der Blutspendenaktion in Eberhardzell. Sie war aber auch zur Erhaltung und Förderung des Alten- und Pflegeheims St. Josef in Eberhardzell engagiert. Frau Kramer ist auch Vorsitzende des Katholischen Frauenbundes und im Kirchenchor. Dennoch findet sie auch noch die Zeit, Mitbürgern bei gesundheitlichen Problemen oder Behördengängen zu unterstützen und zu begleiten, den alten Friedhof zu pflegen und regelmäßige Krankenbesuche zu machen. Auch das soziale Engagement von Herrn Kramer kennt keine Grenzen. Er ist seit 1982 DRK-Mitglied und leistete im ehrenamtlichen Bereich des Rettungsdienstes unzählige Arbeitsstunden. Er stellte sich hinsichtlich der Bürgerinitiative zur Erhaltung und Förderung des Hauses St. Josef an die Seite seiner Frau und kümmerte sich vor allem um verwaltungstechnische Fragen. Bernhard Kramer ist darüber hinaus seit über 20 Jahren einer der Organisationen, Helfer und Reisebegleiter des Seniorenausflugs der Gemeinde, sowie für die Senioren verantwortliches Mitglied der Kolpingsfamilie. Weiter ist auch er im Kirchenchor und seit 2009 dessen Vorstand.

7: „Bürger für Bürger“ Biberach – Biberach
            (Laudator Dekan Helger Koepff)

Bürger für Bürger ist eine ehrenamtlich arbeitende Initiative Biberacher Bürger für die Stadt. Sie entwickelte sich nach den Anfängen vor 10 Jahren rasch zu einer Institution in Biberach, die niemand mehr missen möchte. Den Bürgern wird auf vielfältige Weise Hilfe angeboten, so z. B. bei kleineren Reparaturen und technischen Problemen im Haushalt und bei verwaltungstechnischen Dingen. Bürger für Bürger vermitteln auch Helfer für Haus, Garten und Winterdienste und bieten Begleitung an auf dem Weg zum Arzt, zu Behörden, zum Friedhof oder zu Spaziergängen. Auch als Krankenhauslotsen bieten Bürger für Bürger eine umfassende Begleitung. Sie informieren über Einrichtungen und Aktivitäten in der Stadt und betreiben im Sommer sonntags das Wieland-Café im Wielandpark. Museen, Archive und andere Einrichtungen freuen sich ebenso über die Hilfe und Unterstützung von Veranstaltungen durch Bürger für Bürger.

8: Waltraud Johannsen – Neufra/Riedlingen
            (Laudator: Kreisrat Hermann Hennes)

Waltraud Johannsen bekommt den Ehrenamtspreis des Landkreises dafür, dass sie sich seit nunmehr 25 Jahren nach dem Wiederaufbau mit liebevollem Einsatz dem historischen Hängegarten in Neufra hingibt. Sie pflegt den Hängegarten und wendet hierfür sehr viel Zeit und auch erhebliche finanzielle Mittel auf. Frau Johannsen mutet sich damit einen Vollzeitjob zu, der ihr zur Lebensaufgabe geworden ist. So sind rund 2200 Buchspflanzen, 230 Taxen und 120 Rosen zu pflegen. Frau Johannsen entfernt Unkraut, schneidet Hecken, Rosen, Lavendel, Salbei und steht den Besuchern für kostenlose Führungen zur Verfügung. Ihre Hingabe beschert nicht nur vielen Menschen eine Augenweide sondern erhält uns auch ein Kulturdenkmal, welches ursprünglich vor über 500 Jahren geschaffen wurde. Der Hängegarten ist im Kreis Biberach eine Sehenswürdigkeit im wahrsten Sinne des Wortes.

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