BGR-Präsident hält Angst vor Gas-Fracking für unbegründet

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Berlin – Der Präsident der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR), Hans-Joachim Kümpel, weist Vorbehalte gegenüber dem Gas-Fracking zurück. „Aus geowissenschaftlicher Sicht ist die Skepsis unbegründet. Das gilt zumindest dann, wenn man beim Fracking die erforderliche Sorgfalt walten lässt“, sagte Kümpel dem „Handelsblatt“ (Freitagausgabe).

Kümpel stellt sich damit in direkten Widerspruch zu seinen Kollegen vom Umweltbundesamt, die erst am Mittwoch eine strenge Regulierung gefordert und die Fördermethode als Risikotechnologie bezeichnet hatten. Die Eckpunkte für ein Fracking-Gesetz, die Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) und Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) unmittelbar vor der Sommerpause vorgelegt hatten, sind aus Kümpels Sicht zu restriktiv: „Aus den Eckpunkten spricht, dass die Politik übervorsichtig ist.“ Es koste Mühe, überhaupt wissenschaftliche Argumente zu finden, die gegen das Fracking sprächen, sagte Kümpel. „Mit dieser Sichtweise stehe ich nicht allein. Die 16 geologischen Dienste in Deutschland und alle geologischen Dienste in der EU – alles staatliche, interessensneutrale Fachbehörden – sehen das ebenso“, sagte der Behördenchef. Sorgen um eine Beeinträchtigung des Grundwassers hält Kümpel für unbegründet: „Eine Gefährdung des Trinkwassers lässt sich ausschließen“, sagte Kümpel. Dieser Aspekt werde in der öffentlichen Debatte stark überzogen.

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