Beteiligungsinvestor SHS stößt ins mittlere Beteiligungssegment vor

Baar – Bisher ist er nur auf Risikokapital für junge Medizintechnikfirmen spezialisiert – nun aber stößt der Finanzinvestor SHS ins mittlere Beteiligungssegment vor. SHS habe für seinen vierten Fonds 125 Millionen Euro eingeworben und könne zusammen mit anderen Investoren einzelne Transaktionen im Wert bis zu 100 Millionen Euro stemmen, sagte Geschäftsführer Hubertus Leonhardt im Gespräch mit der F.A.Z. (Freitagsausgabe). SHS investiert in medizintechnische Gesellschaften: vom Hersteller von Analysegeräten bis zum Anbieter von Spezialgeräten zur Behandlung von Herzerkrankungen.

Bisher habe man sich nur um Risikokapital gekümmert, sagte Leonhardt. Nun sei man in der Lage, auch etablierte kleinere und mittlere Unternehmen zu erwerben – oder Unternehmensteile, die aus Konzernen abgespalten würden. Aus dem neuen Fonds IV will SHS rund ein Dutzend Beteiligungen finanzieren. Zwar sollen je Transaktion höchstens 20 Millionen entnommen werden. Leonhardt sieht es aber als denkbar an, dass sich SHS im Einzelfall mit Ko-Investoren zusammentut, zum Beispiel mit Investmentvehikeln wohlhabender Familien. „Das kann dann ein Volumen von 30 bis 50 Millionen Euro Eigenkapital ergeben.“ Nehme man dann noch Fremdkapital hinzu, werde der Kauf eines Unternehmens für einen dreistelligen Millionenbetrag möglich. „Maximal 100 Millionen Euro“ nannte Leonhardt als Größe für den Transaktionswert. SHS hatte sich als Ziel für den Fonds IV 100 Millionen Euro gesetzt und als Obergrenze 125 Millionen Euro. Der Fonds sei erheblich überzeichnet gewesen, sagte Leonhardt. „Es gab einen deutlich zweistelligen Millionenbetrag, den wir nicht annehmen konnten.“ Der dritte Fonds war mit 50 Millionen Euro weniger als halb so groß.

Über dts Nachrichtenagentur