Berliner Philharmoniker: Intendant sieht keine Sparmöglichkeiten mehr

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Berlin – Der Intendant der Berliner Philharmoniker, Martin Hoffmann, hält die Sparmöglichkeiten bei seinem Orchester für ausgereizt: „Wir haben jede Steigerung von Energiepreisen oder Lebenshaltungskosten dadurch abgefangen, dass wir unsere Arbeit optimiert haben. Bis jetzt“, sagte Hoffmann in einem Interview mit dem „Handelsblatt“ (Freitagsausgabe). „Weiter sparen können wir wirklich nicht mehr.“

Seit 13 Jahren lägen die Zuschüsse des Landes Berlin für die Philharmoniker konstant bei 14 Millionen Euro – nur 64 Prozent des Etats erwirtschaftet das Orchester selbst. In diesem Jahr stehen bei den Philharmonikern Tarifverhandlungen für die Musiker an, zudem verdienen einige Mitarbeiter seit Januar Mindestlohn. Die Ticketpreise sind für Hoffmann am Limit. Deshalb will er mit dem neuen Regierenden Berliner Bürgermeister, Michael Müller (SPD), über eine Ausweitung der Unterstützung verhandeln. „Ich bin zuversichtlich, dass er die globale Bedeutung der Philharmoniker und ihre unglaublichen Werbewirkung kennt“, sagte Hoffmann. Von einer Sparwelle bei den klassischen Orchestern will Hoffmann mit Blick auf die Diskussion in München indes nichts wissen. Der Freistaat Bayern und die Stadt München haben kürzlich entschieden, keinen weiteren Konzertsaal für die beiden Symphonieorchester der Stadt zu bauen. Dies sei eine „Einzelentscheidung“, so Hoffman. „Daraus auf die Kulturlandschaft in Deutschland zu schließen, wäre falsch.“ Derzeit belegen die Münchner Philharmoniker und das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks gemeinsam den Gasteig. „Ich halte diese Entscheidung für völlig falsch. München braucht diesen Saal – das ist völlig unstreitig.“

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