Bericht: Verfassungsschutz wusste bereits 2005 vom NSU

Bundeskriminalamt (BKA) und Bundesamt für Verfassungsschutz, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Bundeskriminalamt (BKA) und Bundesamt für Verfassungsschutz, über dts Nachrichtenagentur

Berlin – Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) wusste durch einen V-Mann bereits im Jahr 2005 von der Existenz der rechtsextremistischen Terror-Gruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU). Das schreibt „Bild“ (Mittwoch) unter Berufung auf Sicherheitskreise. Trotzdem flog der NSU erst im November 2011 nach einem Bankraub auf.

Vorher tappten die Ermittler der Polizei und die Spezialisten des Verfassungsschutzes offenbar im Dunklen. Und das obwohl der Anfang April 2014 verstorbene ehemalige V-Mann Thomas R., der den Decknamen „Corelli“ hatte, seinem Quellenführer beim Verfassungsschutz bereits 2005 eine CD mit rechtsextremem Material und einer Datei mit dem Namen „NSDAP/NSU“ übergeben hatte. Dieser Hinweis auf die Terror-Gruppe blieb aber bis jetzt unentdeckt. Bei einer Erstauswertung der CD im Jahr 2005 konnte nach „Bild“-Informationen beim BfV niemand etwas mit dem Kürzel „NSU“ anfangen. Erst Anfang 2014 war eine andere CD mit dem Titel „NSU/NSDAP“ (sie stammt aus dem Jahr 2006) aufgetaucht, an deren Produktion „Corelli“ offenbar beteiligt war. Sie enthielt 15.000 rassistische und antisemitische Texte und Bilder. Im CD-Begleittext wurde sie als „erste umfangreiche Bilddaten-CD des Nationalsozialistischen Untergrundes der NSDAP (NSU)“ angepriesen.

Über dts Nachrichtenagentur

Anzeige